🏺 Archäologische Stätten

anfiteatro romano di Siracusa

📍 Siracusa, Sizilien · 119/100

1839 vom Herzog von Serradifalco ans Licht gebracht, stellt das römische Amphitheater von Syrakus eines der repräsentativsten Monumente der frühen Kaiserzeit auf der Insel dar. Das Gebäude hat monumentale Ausmaße, geschätzt auf etwa 140 Meter Länge und 119 Meter Breite. Der Forschung zufolge stammt die Struktur aus augusteischer Zeit oder aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. und wurde unter weitgehender Nutzung des Hangs jener Felsklippe errichtet, in der bereits die Cavea des nahen griechischen Theaters und die großen Latomien des Paradiso, der Santa Venera und der Intagliatella herausgearbeitet worden waren.

Sehenswertes

Vom oberen gemauerten Teil ist fast nichts erhalten, doch der untere, in den Fels gehauene Abschnitt bewahrt deutlich die funktionale Struktur der römischen Spiele. In der Mitte der Arena befindet sich ein weiter rechteckiger, ursprünglich überdeckter Raum, der über einen unterirdischen Gang mit dem südlichen Ende des Gebäudes verbunden ist: Es handelt sich um die unterirdischen Anlagen, die für die Maschinerien der Schauspiele bestimmt waren. Um die Arena erhebt sich ein hohes Podium, hinter dem ein überdeckter Gang mit den Zugängen für die Gladiatoren und die Bestien verläuft. Über dem Podium, auf den Blöcken der Brüstung der ersten, den Persönlichkeiten von Rang vorbehaltenen Sitzreihen, finden sich die Inschriften aus jener Zeit eingemeißelt. Das Zugangssystem umfasste zwei Haupteingänge, gegliederte Außentreppen und zwei überwölbte Umgänge unter der Cavea, überragt von einem dritten krönenden Umgang mit einem wahrscheinlich säulengeschmückten Portikus. Von diesen ringförmigen Gängen aus ermöglichte eine Reihe radialer Durchgänge, die Sektoren der Sitzreihen zu erreichen. Aus dem Bereich stammen zudem vier Kalksteinfragmente einer großen monumentalen Inschrift, die ursprünglich über dem südlichen Eingang angebracht war.

Der Besuch

Das Amphitheater befindet sich im archäologischen Gebiet der Neapolis, weist jedoch eine andere Ausrichtung als das griechische Theater und der Altar Hierons II. auf, da es dem spätklassischen Stadtbild folgt. Zu der Struktur führte die aus dem Viertel Akradina kommende Verkehrsachse, die einen augusteischen Triumphbogen durchquerte, von dem die Fundamente und die ersten Reihen der Pfeiler erhalten sind. Für den Betrieb des Amphitheaters wurde die große Zisterne genutzt, die unter der nahen Kirche San Nicola erhalten ist. Zu den historischen Zeugnissen über den Ort zählt jenes des französischen Architekten Jean-Pierre Houël, der 1777 das Monument von Salatanbau bedeckt vorfand und auf eigene Kosten Ausgrabungen durchführte, um dessen Maße aufzunehmen.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie aufmerksam die Steinblöcke der Brüstung, die die Arena begrenzt: Auf ihnen sind noch die Inschriften mit den Namen und den Angaben der Plätze zu lesen, die den örtlichen Autoritäten vorbehalten waren.

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