Über dem Portal steht eine lateinische Inschrift, die sagt, wer es bauen ließ und wann: 1397, auf Wunsch eines Bürgers von Syrakus. Wenige mittelalterliche Häuser Siziliens tragen ihr Geburtsdatum geschrieben, und das ist einer der Gründe, warum dieser Palast zählt: Er ist ein Dokument und nicht nur ein Gebäude.
Sehenswertes
Die Fassade ist es, die den Weg lohnt: Die zwei- und dreiteiligen Fenster sind aus abwechselnd hellem und dunklem Stein gearbeitet, mit verschlungenen Bögen und schlanken Säulchen, in einem Geschmack, den man in Sizilien auf einen Blick erkennt: die Gotik der Insel, mit arabischen und katalanischen Elementen vermischt.
Im fünfzehnten Jahrhundert schenkte die Königin von Aragón den Palast einer Familie, von der er den zweiten Namen hat. Über die Jahrhunderte wechselte der Bau mehrfach die Nutzung: 1837, während der Cholera, richtete man hier ein Notkrankenhaus ein, und später ließ sich eine Ordensgemeinschaft nieder. Es ist die gewöhnliche Geschichte eines Adelshauses im Zentrum einer Stadt, die nie aufgehört hat, bewohnt zu sein.
Der Besuch
Der Palast liegt in Ortigia, neben der Piazza Archimede, zwei Minuten vom Dom; man sieht ihn von der Straße, die Innenräume sind nicht für gewöhnliche Besichtigungen offen. Zehn Minuten.
Tipp der Redaktion
Sehen Sie die Fenster gegen das Licht an, um die Mittagszeit, wenn die Sonne seitlich einfällt: Die Säulchen und die verschlungenen Bögen werfen ein Muster an die Wand, und man sieht die Arbeit des Steinmetzen. Streifen Sie dann durch die Gassen ringsum und suchen Sie ähnliche Fenster: In Ortigia gibt es etliche, zugemauert oder in spätere Bauten einbezogen.
