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🖼️ Museen

Casa Buonarroti

📍 Firenze, Toskana · 75/100

Michelangelo kaufte die Häuser in der Via Ghibellina 1508 auf dem Rückweg aus Bologna und wohnte zeitweise dort, während er an San Lorenzo arbeitete. Die Seitenstraße hieß damals Via dei Marmi Sudici, Straße der schmutzigen Marmorblöcke, nach den Blöcken, die jahrelang geschwärzt auf dem Pflaster lagen und darauf warteten, dass der ständig zwischen Rom und Florenz pendelnde Künstler sie verwendete. Der Palast, den Sie heute sehen, ist allerdings nicht seiner: Ihn baute ab 1612 der Großneffe Michelangelo der Jüngere, mit dem Erbe des Großonkels und einem klaren Programm, ihn in jedem Raum zu feiern.

Sehenswertes

Im ersten Stock stehen die beiden Werke, für die sich das Ticket lohnt: die Madonna an der Treppe, ein Marmorrelief von etwa 1491, das früheste bekannte Werk Michelangelos, und die Kentaurenschlacht, um 1492 gemeißelt, als er siebzehn war und Dinge bereits mit Absicht unvollendet ließ. Daneben das Holzmodell für die Fassade von San Lorenzo, die nie gebaut wurde, und im Wechsel die Zeichnungen des Meisters aus dem Bestand der Stiftung.

Dann kommen die vier Prunkräume, die der Jüngere wollte: die Galerie mit den Leinwänden, die Michelangelos Leben erzählen, gemalt von den besten Florentiner Künstlern des frühen siebzehnten Jahrhunderts, darunter Artemisia Gentileschi mit der Allegorie der Neigung, Pietro da Cortona, Francesco Furini und Giovanni da San Giovanni. Die Bibliothek bewahrt das Familienarchiv mit eigenhändigen Briefen des Künstlers.

Der Besuch

Das Museumshaus liegt in der Via Ghibellina, Ecke Via Buonarroti, zwei Häuserblocks von Santa Croce entfernt; über dem Portal die Büste Michelangelos nach dem Porträt von Daniele da Volterra. Die Säle sind wenige und lassen sich in Ruhe in einer Stunde ansehen. Das Haus gehört der Stiftung, die aus der 1858 von Cosimo Buonarroti, dem letzten direkten Nachkommen, gegründeten gemeinnützigen Körperschaft hervorging; er wollte das Haus für alle offen. Das Hochwasser von 1966 beschädigte es schwer, die Restaurierung war im Jahr darauf abgeschlossen.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie die Kentaurenschlacht aus der Nähe und von der Seite: Die Körper treten in unterschiedlicher Tiefe aus dem Block, und die rau gelassenen Partien sind nicht zufällig unvollendet. Michelangelos Non finito ist hier schon ganz da, bei einem Jungen. Gehen Sie dann in die Galerie und zählen Sie, wie oft der Großneffe den Onkel wie einen weltlichen Heiligen malen lässt: ein Stück Geschichte des Ruhms, nicht nur der Kunst.

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