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🏰 Burgen und Schlösser

Villa Medicea del Poggio Imperiale

📍 Firenze, Toskana · 61/100

Von der Porta Romana führt eine gerade, von Zypressen gesäumte Allee den Hügel hinauf und endet vor einer langen, niedrigen weißen Front: die Villa Poggio Imperiale, die am wenigsten nach Renaissance aussehende der Medici-Villen. Sie hieß Poggio Baroncelli, bis sie 1622 Maria Maddalena von Österreich kaufte, die Frau Cosimos II.: Da sie dem Kaiserhaus entstammte, änderte sie den Namen. Seither hat jeder Herrscher der Toskana Hand angelegt, und das Ergebnis ist ein Bau, innen barock und außen klassizistisch.

Sehenswertes

Die Säle des Hauptgeschosses sind mit Stuck, Bildern und Möbeln geschmückt, die drei Jahrhunderte lang von Großherzögen, von den Lothringern und zeitweise von Napoleons Schwester angesammelt wurden: der Festsaal, der Statuensaal und die chinesischen Zimmer mit Lackarbeiten und bemalten Papieren, die damals in Mode waren. Draußen verbirgt die klassizistische Front des neunzehnten Jahrhunderts alles Dahinterliegende, und darum gleicht diese Villa den anderen nicht.

Der wichtigste Unterschied ist jedoch ein anderer: Seit 1865 befindet sich hier drinnen eine Schule. Die Villa beherbergt ein staatliches Internat, ein einstiges Mädchenkolleg, das zur Bildungseinrichtung wurde, und in den freskierten Räumen wird unterrichtet. Es ist die einzige Medici-Villa, in der man beim Öffnen einer Tür auf eine Schulklasse stoßen kann.

Der Besuch

Die Villa liegt am oberen Ende des Viale del Poggio Imperiale, eine Viertelstunde bergauf zu Fuß von der Porta Romana; da sie eine Schule ist, wird sie nur sonntagvormittags und außerhalb der Ferien nach Voranmeldung besichtigt. Eine Stunde. Die Zypressenallee ist immer begehbar.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie die Allee zu Fuß hinauf, statt mit dem Auto anzukommen: Die Zypressen wurden gepflanzt, um genau das zu tun, was sie tun, nämlich den Blick zur Fassade zu führen, und in zehn Minuten Aufstieg begreift man, wie die Großherzöge ankommen wollten. Sehen Sie dann drinnen die Bänke und Tafeln zwischen den Fresken an: Es ist das Ungewöhnlichste am Besuch.

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