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🖼️ Museen

Palazzo Pitti

📍 Firenze, Toskana · 87/100

Palazzo Pitti entstand ab 1458 als Stadtresidenz des Bankiers Luca Pitti, eines Rivalen der Medici, der das größte und prunkvollste Haus von Florenz bauen wollte. Eine von Vasari überlieferte Tradition führt den Entwurf auf ein Projekt von Filippo Brunelleschi zurück, das Cosimo der Ältere als zu großspurig abgelehnt hatte; ausgeführt hat den Bau Luca Fancelli, ein Schüler Brunelleschis. Die Legende fügt hinzu, Pitti habe Fenster verlangt, die größer sein sollten als das Hauptportal des Medici-Palasts, und einen Hof, in den der gesamte Palazzo Strozzi hineingepasst hätte. Der finanzielle Zusammenbruch der Familie stoppte die Arbeiten im Jahr 1465.

In den Jahren 1549-50 verkauften die Pitti den Palast an Eleonora von Toledo, die Frau Cosimos I. de' Medici, die das Oltrarno für gesünder hielt als das überfüllte Stadtzentrum. Von da an war er die Hauptresidenz der Großherzöge der Toskana — erst die Medici, ab 1737 die Habsburg-Lothringer — und schließlich Königsschloss der Savoyer in den Jahren, in denen Florenz Hauptstadt war (1865-70). 1919 schenkte Vittorio Emanuele III. ihn dem Staat.

Sehenswertes

Der Palast vereint heute ein ganzes System von Museen: die Galleria Palatina, gehängt wie eine Gemäldegalerie des 18. Jahrhunderts, mit Meisterwerken von Raffael und Tizian; die Königlichen Appartements; die Galerie für moderne Kunst mit den Werken der Macchiaioli; den Schatz der Großherzöge, den angewandten Künsten gewidmet; das Mode- und Kostümmuseum, das größte Modemuseum Italiens; dazu die Porzellan- und die Kutschensammlung. Dahinter erstreckt sich der Boboli-Garten, eines der besten Beispiele für einen italienischen Garten überhaupt. Die ersten Säle öffneten schon 1833 unter Leopold II. für das Publikum.

Der Besuch

Der Palast liegt im Oltrarno, wenige Schritte vom Ponte Vecchio entfernt, und bildet seit 2014 mit dem Garten und den Uffizien eine einzige Einrichtung, die Gallerie degli Uffizi; 2022 zählte er 650.612 Besucher. Die Sammlungen füllen ganze Stockwerke, du musst also auswählen: die Palatina im Hauptgeschoss und Boboli sind der klassische Kern eines ersten Besuchs, die thematischen Museen lohnen eine Wiederkehr.

Tipp der Redaktion

Wenn du den Ammannati-Hof in Richtung Boboli überquerst, denk daran, dass er für ein großherzogliches Fest fast zwei Meter hoch unter Wasser gesetzt wurde, um eine Seeschlacht zwischen »türkischen« und »christlichen« Schiffen nachzustellen. Und ein Stück jüngere Geschichte: In der Sala Bianca lief am 22. Juli 1952 die erste italienische Alta Moda, für die Wochenzeitschrift Epoca beschrieben von einer blutjungen Oriana Fallaci. Seither ist der Name Pitti ebenso mit der Mode verbunden wie mit den Medici.

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