In Castelnuovo dell'Abate, dem Ortsteil von Montalcino, der von oben auf die Abtei Sant'Antimo blickt, ist die Pieve dei Santi Filippo e Giacomo die wichtigste Kirche des Dorfes. Ursprünglich war sie dem heiligen Johannes geweiht; das heutige Patrozinium kam zu Beginn des 15. Jahrhunderts dazu.
Von außen kündigt sich der Bau nicht an: Warum er einen Halt verdient, verstehst du erst hinter der Tür, denn sein Schatz sind zwei Fresken, die einer der Hauptfiguren der sienesischen Malerei zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert hinterlassen hat.
Sehenswertes
Die beiden Fresken stammen von Ventura Salimbeni (1568-1613), einem sienesischen Maler des Spätmanierismus. An der Innenwand der Fassade, also im Rücken dessen, der eintritt, findest du das Martyrium der heiligen Katharina von Alexandrien; in der Lünette des Seitenportals zeigt ein auf 1597 datiertes Fresko den seligen Pietro Petroni, einen sienesischen Kartäusermönch des 14. Jahrhunderts. Alles Übrige im Inneren geht auf 1938 zurück, als die Kirche neugotisch ausgemalt wurde: ein moderner Rahmen, der etwas überraschend zwei Malereien vom Ende des 16. Jahrhunderts umschließt.
Der Besuch
Die Pieve liegt mitten im Dorf, und der Besuch dauert nicht lange. Suche vor dem Eintreten die freskierte Lünette über dem Seitenportal, und dreh dich um, sobald du die Schwelle überschritten hast: Das Martyrium nimmt die unauffälligste Wand von allen ein, die des Eingangs. Castelnuovo dell'Abate eignet sich danach für einen kurzen Gang zwischen den Steinhäusern, mit Ausblicken, die hinunter ins Tal der Abtei fallen.
Tipp der Redaktion
Fast alle kommen wegen Sant'Antimo nach Castelnuovo dell'Abate und fahren wieder ab, ohne ins Dorf hinaufzugehen: Mach es umgekehrt. Lass das Auto oben stehen, geh zuerst in die Pieve und steig dann zu Fuß zur Abtei hinunter, die vom Rand des Ortes aus unten zwischen den Olivenbäumen auftaucht — in dieser Reihenfolge bringt der Weg viel mehr als andersherum. Und achte auf das Datum an der Lünette, 1597: Wenige Jahre später gehörte Salimbeni zu den gefragtesten Namen in den Kirchen von Siena, während man seine Arbeit hier in einer Landpfarrkirche trifft, ohne Eintritt und fast immer ohne Andrang.
