Am Beginn der Allee, die zum Palazzo Massaini führt, in der Landschaft nordöstlich von Pienza, stößt du auf die kleine Kapelle San Regolo. Der «Palast» ist in Wahrheit ein gut erhaltenes Kastell des 15. Jahrhunderts, das aller Wahrscheinlichkeit nach den Cacciaconti gehörte, den Herren von Montisi; die schlichte, winzige Kapelle markierte den Zugang von der Straße aus.
Jahrhundertelang bewahrte das Gebäude eine Statue des heiligen Regulus, die Domenico di Niccolò dei Cori zugeschrieben und auf 1430-1440 datiert wird. Heute steht die Skulptur nicht mehr hier: Sie ist im Diözesanmuseum von Pienza ausgestellt.
Sehenswertes
Nimm die Kapelle als das, was sie ist: ein kleines Landoratorium, dessen Reiz im Zusammenspiel mit der Zufahrtsallee und dem gut erhaltenen Kastell dahinter liegt, ein Zeugnis der Herrengeschlechter, die dieses Land zwischen Pienza und dem Val d'Asso beherrschten.
Zum Bildhauer, dessen Werk hier verehrt wurde, gehört eine Anmerkung: Domenico di Niccolò (um 1363-1453) war einer der gefragtesten Bildhauer und Schnitzer im Siena des frühen 15. Jahrhunderts, und den Beinamen «dei Cori» verdankte er genau seinem Können in der Holzschnitzerei, das im Chorgestühl der Kapelle des Palazzo Pubblico in Siena seine Bestätigung fand.
Der Besuch
Die Kapelle betrachtet man von außen, am Anfang der Allee zum Kastell, an den Landstraßen, die die Höfe nordöstlich von Pienza durchziehen. Es ist ein kurzer Halt, den du eher in eine Tour mit dem Auto oder dem Rad zwischen Pienza und den Dörfern des Val d'Asso einbaust, als ein Ziel, für das man eigens hinfährt.
Tipp der Redaktion
Vervollständige den Weg in der Stadt: Die Statue des heiligen Regulus aus dem 15. Jahrhundert wartet im Diözesanmuseum von Pienza am Corso il Rossellino auf dich. Erst die Kapelle in ihrem bäuerlichen Umfeld zu sehen und dann die Skulptur in den Sälen des Museums zeigt, wie viele Werke aus den sienesischen Landkirchen in den Museen gelandet sind, und gibt der kleinen Statue ihre Geschichte zurück: kein Sammlerstück, sondern das Bild, vor dem die Bauern eines befestigten Hofs innehielten.
