🌋 Natur und Aussichten

Lago di Alviano

📍 Alviano, Umbrien · 55/100

Diesen See gab es nicht. Er entstand 1963 durch eine Sperre am Tiber, gebaut, um das aus dem Corbara-See abfließende Wasser zu regeln und zur Stromerzeugung zu nutzen. Ein Wasserkraftwerk also, sonst nichts: Die Natur hatte damit nichts zu tun. Dann begann das Becken zu verlanden, die Tiefe sank auf wenige Dezimeter, und die Vögel kamen.

Sehenswertes

Tausende Zugvögel gewöhnten sich an, hier zu rasten, und da taten die Gemeinden, der WWF und das Elektrizitätsunternehmen das einzig Vernünftige: Sie machten aus dem Stausee ein Schutzgebiet. Heute umfasst die Fläche etwa neunhundert Hektar im Tibertal, zwischen Schilfgürteln, Flachwasser und Auwald.

Der See trägt den Namen Alviano, weil hier der Fluss gestaut wurde, doch das Schutzgebiet erstreckt sich über mehrere Gemeinden, und sein ausgebauter Eingang liegt auf der anderen Seite des Wassers, im Gebiet von Guardea, im Ortsteil Madonna del Porto. Wer von Alviano kommt, sieht das Becken von der Seite des Damms und des Höhendorfs.

Der Besuch

Das Gebiet betreut der WWF, mit Führungen, Beobachtungshütten und saisonaler Öffnung: Man kommt vor allem im Winter und im Frühjahr, wenn die Vögel da sind, und prüft Zeiten und Zugang besser vor der Abfahrt. Ein halber Tag.

Tipp der Redaktion

Behalten Sie im Sinn, dass Sie auf eine misslungene Infrastruktur blicken. Der See sollte tief und klar bleiben, er füllte sich mit Schlamm und wurde zum Sumpf: technisch ein Fehlschlag, aus der Sicht eines Reihers das Beste, was dem Tiber in einem Jahrhundert widerfahren ist. Auch das kommt vor.

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