Diese Kirche wurde 1233 begonnen, wenige Jahre nach dem Tod des heiligen Dominikus, und könnte eine der ersten des Ordens sein. Sie hatte drei Schiffe, doch heute bleiben nur die Apsis und der rechte Querhausarm: Der Rest wurde 1932 abgerissen, um einer Frauenakademie für Leibeserziehung Platz zu machen, und was man besichtigt, ist ein Stumpf.
Sehenswertes
Drinnen steht das Grabmal des Kardinals de Braye, am Ende des dreizehnten Jahrhunderts von Arnolfo di Cambio gemeißelt: eines der bedeutendsten Gräber des italienischen Mittelalters, mit der Figur des Toten unter einem Baldachin und Statuen, die die Vorhänge zurückziehen. Es ist das Stück, das die Reise lohnt, und es steht in einer halbierten Kirche, deren Namen wenige kennen.
Bewahrt wird auch der Lehrstuhl, von dem aus Thomas von Aquin in den Jahren, die er im Gefolge des Papsthofes in Orvieto lebte, Theologie las. Unter der Kirche liegt die Petrucci-Kapelle, in den Tuff geschnitten, mit Zentralgrundriss und Nischen: ein Renaissancewerk in einem unterirdischen Raum, was selten ist.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Piazza XXIX Marzo, fünf Minuten vom Dom; Eintritt frei mit knappen Zeiten, und die unterirdische Kapelle sieht man nur zu besonderen Anlässen oder auf Anfrage. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Treten Sie hinaus und betrachten Sie die Flanke des Baus: Man sieht den Schnitt, die Stelle, an der die Kirche abgesägt wurde. Das Schiff reichte bis dorthin, wo jetzt der Nachbarbau steht. Im zwanzigsten Jahrhundert riss man auch so ab, für eine Turnhalle, und diese Mauer ist das klarste Zeugnis jener Zeit.
