Im neunzehnten Jahrhundert war in Orvieto das Ausgraben etruskischer Gräber ein Familiengeschäft: Man kaufte ein Feld, öffnete eine Nekropole, und was herauskam, blieb im Haus. So entstand das Museum Faina, als Privatsammlung, ab 1864 zusammengetragen, und es liegt noch im Palast der Familie, genau gegenüber dem Dom.
Sehenswertes
Die Sammlung griechischer Vasen ist der Hauptgrund einzutreten: attische schwarz- und rotfigurige Keramik des sechsten und fünften Jahrhunderts vor Christus, hierhergelangt, weil die Etrusker sie einführten und sich mit ihr bestatten ließen. Es sind Dutzende in bestem Zustand, und an der Reihe der Stücke lässt sich der Übergang von einem Stil zum anderen verfolgen.
Im Erdgeschoss liegen die Funde aus Orvieto: Fragmente der Giebel des Belvedere-Tempels, der Cippus mit dem Kriegerkopf aus der Nekropole des Crocifisso del Tufo und die Venus von Cannicella, eine Statue aus griechischem Marmor, im Heiligtum vor den Mauern gefunden. Auch eine Sammlung antiker Münzen ist da.
Der Besuch
Das Museum liegt an der Piazza del Duomo, gegenüber der Kathedrale; Eintritt gegen Gebühr, mit einem Ruhetag und kürzeren Zeiten im Winter. Anderthalb Stunden.
Tipp der Redaktion
Beugen Sie sich aus den Fenstern des Hauptgeschosses: Die Fassade des Doms von Orvieto liegt vor Ihren Augen, auf gleicher Höhe mit den Mosaiken und den Fialen, die man vom Platz aus nur von unten sieht. Es ist der Blick, den die Hausherren hatten, und er ist im Museumsticket enthalten.
