Im Mittelalter überlagerten sich hier zwei Gewalten. Auf der einen Seite die regole — Voltago, Digoman, Miona und Frassené —, Versammlungen, in denen die Familienoberhäupter einen meriga und weitere Vertreter wählten, um die Gemeinschaft zu leiten und das Gemeingut zu verwalten; auf der anderen die Herren da Voltago, die in einer Burg am Sarzana-Bach saßen. Diese Burg blickte geradewegs auf eine andere, die der Della Valle in La Valle Agordina, auf der gegenüberliegenden Seite des Cordevole-Tals, sechs oder sieben Kilometer Luftlinie entfernt: Die beiden Festungen bewachten einander und konnten sich im Notfall beistehen. Der Ort erscheint zum ersten Mal 1146, als Vico Woltagi.
Die kleine Kirche des Ortsteils Digoman von 1900 entwarf der Dorfschullehrer; dass sie aber Unserer Lieben Frau von Lourdes geweiht wurde — der erste Fall im ganzen Bistum Belluno-Feltre —, wollten die wandernden Stuhlflechter jenes Weilers, die auf ihren Zügen durch Europa bis zu den Pyrenäen gekommen waren. In der Pfarrkirche war die Sakristei einst der Chor der alten gotischen Kirche und bewahrt Fresken des sechzehnten Jahrhunderts: naive, volkstümliche Malerei, an der man aber sieht, wie sich die Leute dieses Tals kleideten. Die Glocken stammen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, denn die alten nahm das österreichisch-ungarische Heer bei der Besetzung von 1917 mit.
Der Reiseführer für Voltago Agordino
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