Rivamonte Agordino ist eine Streugemeinde mit dem Rathaus in der Fraktion Rosson, in einem Gebiet ladinischer Sprachminderheit. Sie hieß Riva, wie sie im Dialekt weiter heißt: 1867 wurde daraus Rivamonte, und den Zusatz «Agordino» erhielt sie erst 1964. Anders als die übrigen Dörfer des Agordino, die vom Land lebten, lebte Rivamonte vom Bergbau: Die Gruben des Valle Imperina, 1962 geschlossen, brachten Generationen von Bergleuten und Steigern hervor, die dann in aller Welt gruben. Die Anlage ist heute Weltkulturerbe, mit restaurierten Schmelzöfen und einem Besucherzentrum.
Wer nicht in der Grube war, machte Stühle. Die hiesigen Stuhlmacher hießen conthe und hatten eine eigene Geheimsprache, das scabelament del contha, die einem genauen Zweck diente: Waren sie fern der Heimat und trafen einen Landsmann, konnten sie Nachrichten über die Arbeit austauschen, ohne dass sonst jemand verstand. Heute kennen sie fast nur noch die Alten, und der UNESCO-Klub des Agordino veranstaltet Kurse, um sie den Jungen beizubringen. Von der Grube ist auch in der Kirche eine Erinnerung geblieben: das Altarbild der heiligen Barbara, das der Betriebsleiter Magno Magni 1903 bei Achille Beltrame bestellte, jenem Mann, der die Titelbilder der Domenica del Corriere zeichnete.