Im Juni 2005 eröffneten Dario Fo und Franca Rame das Internationale Maskenmuseum Amleto e Donato Sartori mit der Aufführung „Maschere pupazzi e uomini dipinti“. Sein Sitz ist die Villa Trevisan Savioli aus dem 18. Jahrhundert in Abano Terme. Gegründet hat das Haus Donato Sartori zusammen mit Paola Piizzi und Paolo Trombetta; der Bestand geht auf die 1930er Jahre zurück, auf die Arbeit von Amleto Sartori (1915-1962), Bildhauer und Dichter, der die Technik entwickelte, Ledermasken für die Commedia dell'Arte über Holzformen zu modellieren.
Sehenswertes
Der Rundgang führt durch die Herrenvilla, über deren Eingangsportal ein steinerner Maskenkopf im Schlussstein sitzt. Im zweiten Obergeschoss stehen historische Masken aus griechisch-römischer Zeit, Holzskulpturen, Bronzen, Keramiken, Lackarbeiten und Objekte rund um das Theater des Ruzante. Dazu kommen Kostüme aus der Zeit, die Rekonstruktion der Werkstatt eines Maskenbildners und die Modelle aus getriebenem Leder, die für Regisseure wie Giorgio Strehler, Gianfranco De Bosio, Jacques Lecoq und Jean-Louis Barrault entstanden. Das erste Obergeschoss gehört der zeitgenössischen Forschung des 1979 gegründeten Centro Maschere e Strutture Gestuali: Hier siehst du die „Strutture Gestuali“, multimediale Masken-Skulpturen, dazu die Dokumentation zum „Mascheramento Urbano“ und Arbeiten für Inszenierungen wie Brechts Galilei oder den Arlecchino von Ferruccio Soleri. Im Erdgeschoss laufen die Wechselausstellungen. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 2.000 Stücke: Skulpturen, Entwürfe, Gipsabgüsse, Bronzegüsse und ethnotheatrale Masken aus aller Welt.
Der Besuch
Zum Museumskomplex gehören neben dem Hauptgebäude die ehemalige Barchessa, ein Oratorium, der italienische Garten und ein weitläufiger Obstgarten. Nebenan arbeiten die Lehrwerkstätten mit ihren Ausbildungskursen, die zum Teil gemeinsam mit dem DAMS der Universität Padua laufen, und dort findet auch das Internationale Seminar „Arte della Maschera nella Commedia dell'Arte“ statt. In den Gärten des Kursaals steht dagegen die Bronzefassung des Arlecchino, der letzten Skulptur von Amleto Sartori.
Tipp der Redaktion
Schau dir den Schlussstein über dem Eingangsportal der Villa genau an: Der steinerne Maskenkopf über der Tür ist das architektonische Detail, das den Ton des ganzen Besuchs vorgibt.
