Am 28. August 1435, dem Festtag des heiligen Augustinus, wurde die Wallfahrtskirche Beata Vergine della Salute in Monteortone, einem Ortsteil von Abano Terme, offiziell für den Gottesdienst geöffnet. Ihre Entstehung geht auf eine Marienerscheinung von Ende Mai 1428 zurück: Der Soldat Pietro Falco hatte sich am Fuß des Hügels zum Gebet zurückgezogen, um Linderung für seine in früheren Schlachten erlittenen Wunden zu suchen, und erhielt von der Muttergottes die Aufforderung, in die alte Thermalquelle zu steigen. Nachdem er geheilt war, fand er in der Quelle eine gemalte Tafel aus dem frühen 15. Jahrhundert, die die Madonna mit dem Kind zwischen dem heiligen Christophorus und dem heiligen Antonius Abbas zeigt. Die Nachricht von dem Wunder und das kurz darauf einsetzende Ende der Pest bewogen den venezianischen Dogen Francesco Foscari und die Paduaner Rektoren, den Bau zu fördern; die Leitung übernahm der Augustinermönch Simone da Camerino.
Sehenswertes
Im Inneren der Kirche wartet ein beachtlicher Bestand an sakraler Kunst. Hinten in der Apsis des Hochaltars bewahrt ein kunstvoll gearbeitetes Sacellum jene Tafel eines unbekannten Meisters aus dem 15. Jahrhundert auf, die bei dem Wunder gefunden wurde. Dazu kommen ein bedeutender Freskenzyklus von Jacopo da Montagnana und eine Kreuzigung von Palma dem Jüngeren. An der verwickelten Baugeschichte der Wallfahrtskirche haben im Lauf der Zeit Künstler wie Pietro Lombardo, Tullio Lombardo und Baldassarre Longhena mitgewirkt; welcher Teil auf wen zurückgeht, lässt sich wegen der späteren Umbauten allerdings kaum noch sagen. Am Fuß des Hochaltars liegt der Grabstein des Mönchs Simone da Camerino, einer Schlüsselfigur nicht nur für das Kloster, sondern auch für die Geschichte Italiens: Im Auftrag des Dogen führte er die Verhandlungen mit Francesco Sforza, die 1454 zum Frieden von Lodi führten. An dieses politische Ereignis erinnert eine in die Kirchenwand eingelassene Gedenktafel, und im Fußboden erkennst du mehrere weitere Gräber Paduaner und venetischer Adliger.
Der Besuch
1797 wurde die Kirche während der napoleonischen Besetzung geschlossen und 1806 vollständig ihrer Ausstattung beraubt; danach ging sie an das Zivilkrankenhaus von Padua über und diente eine Zeit lang als Thermalbetrieb. 1850 wurde sie wieder für den Gottesdienst geöffnet und 1925, nach umfangreichen Restaurierungen, zur Pfarrkirche erhoben. Die Wallfahrtskirche liegt am Fuß des Monteortone und ist frei zugänglich.
Tipp der Redaktion
Schau dir nicht nur die Gemälde an, sondern auch die Inschriften: Suche vor dem Hochaltar die Grabplatte des Mönchs Simone da Camerino und an der Wand die Tafel, die an die Unterzeichnung des Friedens von Lodi am 9. April 1454 erinnert.
