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⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di San Marco

📍 Venezia, Venetien · 88/100

Fast acht Jahrhunderte lang war San Marco nicht die Kathedrale Venedigs, sondern die Palastkapelle des Dogenpalasts, geleitet von einem Primicerius, den der Doge ernannte: Den Titel einer Kathedrale bekam sie erst 1807, per napoleonischem Dekret. Alles beginnt um 828-829, als zwei venezianische Kaufleute, Bono da Malamocco und Rustico da Torcello, den Leichnam des Evangelisten Markus aus Alexandria in Ägypten entwenden und in die Lagune bringen: Die erste Kirche, bis 836 fertiggestellt, entsteht genau als Schrein für diese Reliquien.

Der heutige Bau ist die dritte Kirche an dieser Stelle, begonnen wahrscheinlich 1063 unter dem Dogen Domenico Contarini nach dem Vorbild der Apostelkirche in Konstantinopel. In der Architektur treffen byzantinische, romanische und islamische Elemente aufeinander, gotische Einschübe kamen später dazu.

Sehenswertes

Über dem Eingang stehen die vier Bronzepferde, die nach dem Vierten Kreuzzug aus Konstantinopel kamen – wie ein Großteil der Säulen, Marmorstücke und Reliefs, die die Fassaden überziehen und vor allem im 13. Jahrhundert ergänzt wurden, um die Macht der Republik vorzuführen. Im Inneren sind Kuppeln, Gewölbe und obere Wände mit Goldgrundmosaiken bedeckt: Heilige, Propheten und biblische Szenen, acht Jahrhunderte Stilgeschichte, von den mittelalterlichen byzantinischen Vorlagen bis zu Feldern nach Entwürfen von Paolo Uccello, Andrea del Castagno, Tizian, Tintoretto und Veronese.

Die Basilika bewahrt die Reliquien des heiligen Markus und, auf dem Hochaltar, die Pala d'Oro, die 1102 in Konstantinopel bestellte und 1105 hier aufgestellte Altartafel. Auch den ersten Mosaikmeister ließ Doge Domenico Selvo aus Konstantinopel kommen.

Der Besuch

Die Basilika schließt die Ostseite des Markusplatzes ab, mit dem Campanile verbunden und an den Dogenpalast angebaut, mit dem sie jahrhundertelang ein einziges Machtzentrum der Serenissima bildete. Nimm dir Zeit: Die Mosaiken liegen weit oben und verlangen mehr als einen schnellen Blick, und jedes Portal der Fassade hat seinen eigenen Bestand an Marmor und Skulpturen, zum großen Teil Beutegut aus dem Osten.

Tipp der Redaktion

Verbinde den Besuch mit dem Dogenpalast, der buchstäblich an der Basilika klebt: Zusammen erzählen sie das doppelte Gesicht der Republik Venedig, das politische und das religiöse. Und merk dir ein Detail, das fast alle überrascht: Bis 1807 war San Pietro di Castello die Kathedrale der Stadt, und diese goldene Kirche war formal die Privatkapelle des Dogen.

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