Der Ort entstand zu Beginn des neunten Jahrhunderts, während Winigis von Spoleto und Grimoald von Benevent um dieses Land stritten; im Jahr 812 nahm der Friedensschluss zwischen Franken und Langobarden den Langobarden die Abruzzen bis zum Trigno, und die Bewohner der verstreuten ländlichen Siedlungen ringsum taten sich zusammen und bauten ihre Häuschen um die Feste, die auf dem Morgione errichtet war und das Tal beherrscht: die Quellen nennen es einen Synoikismos. Zum ersten Mal geschrieben erscheint der Name in einem Privileg Papst Leos IX. vom 9. November 1053, das dem Abt von Santa Maria di Tremiti die Kirche Santa Maria ad Fresa bestätigt — und jene Kirche gibt es, vielfach umgebaut, noch immer: es ist Santa Maria delle Grazie. Im selben Jahrhundert gründeten die Benediktiner hier das Kloster Sant'Angelo in Cornacchiano, auf den Ruinen der Kirche San Martino sul Treste, die das Chronicon farfense im Jahr 829 nennt und die ihrerseits auf den Resten eines heidnischen Tempels der Kybele, der Venus und wohl auch des Herkules stand.
Im Jahr 1060 kamen die Normannen und gaben den Ort als Afterlehen an die Barone Grandinato: sie hielten ihn, zusammen mit Dogliola, Lentella, Furci, Palmoli und anderen Burgen, bis zum Erlöschen des Hauses um 1330; die erste Urkunde, die sie nennt, wurde am ersten Mai 1115 in Fresa ausgefertigt. Dann kamen die Di Sangro, und 1447 zählte die Erhebung fünfundsechzig Feuerstellen und vierhundertfünfzehn Personen. Im Jahr 1583 kaufte Giulio Gesualdo, Fürst von Venosa, das Lehen, und im folgenden Jahrhundert kam es an die Caracciolo, die in Neapel lebten und nur über einen Teil des Gebiets Gewalt hatten: daher jahrhundertelange Prozesse mit den «particulari», den kleinen freien Eigentümern. Im Jahr 1687 erlangte Fresa von Marino Caracciolo die Erneuerung der Capitolazioni, eines Statuts, das Rechte und Pflichten der Bürger schriftlich festhielt; doch bei seinen Nachfolgern blieben jene Regeln auf dem Papier, und 1787 erhob sich das Volk: es holte sich die beschlagnahmten Sachen zurück, steckte das Haus des Rentmeisters in Brand, verprügelte die Büttel und schoss, und der Gouverneur konnte bei Nacht entkommen. Vom Lehnsjoch befreiten sich die Leute von Fresa 1804, mit einem Ablösevertrag, der jährlich so viel kostete, dass er jahrzehntelang Prozesse nährte.
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