Raiano

Provinz: L'Aquila · Region: Abruzzen · Einwohner: 2.812 · PLZ: 67027

Raiano ist umgezogen. Die erste Siedlung, das Castrum Radiani, lag auf dem Hügel Castellone und erscheint 872 in den Urkunden; im zehnten Jahrhundert beherbergte sie kurz die Kaiser Otto den Ersten und Otto den Dritten. Erdbeben leerten sie in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts — einem dieser Stöße verdankt sich der See namens Quaglia — und die Bewohner stiegen ins Tal hinab, genau an jene Stelle, wo der Triftweg Celano-Foggia von der Konsularstraße abzweigt. So entstand Raiano Vecchio, heute das Viertel Sant'Antonio, wo die Gassen eng sind, weil man die Häuser über Außentreppen betritt, die bajitte. Von der alten Burg blieb der Uhrturm.

Im zwanzigsten Jahrhundert wurde der Ort zu einer Adresse der italienischen Kultur: Benedetto Croce wohnte im Palazzo Sagaria Rossi, und mit ihm Cesare De Lollis, Antonio Anile und der Verleger Giovanni Laterza, der schrieb, die Geschichte der Scrittori italiani sei mit Raiano und jenem Haus verbunden. Croce zählte auch die Einwohner in den Archiven: etwa achthundert im Jahr 1532, sechzehnhundert 1648. In der Kirche der Madonna delle Grazie hält eine Inschrift die Sonnenfinsternis vom neunten April 1567 fest, und in den Schluchten des Aterno steht die Einsiedelei San Venanzio, erreichbar über eine Brückenloggia über dem Fluss, mit einer in den Fels gehauenen Heiligen Stiege.

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