🏰 Burgen und Schlösser

Castello di Villa

📍 Challand-Saint-Victor, Aostatal · 55/100

Aus dieser Ruine stammt ein Familienname, den man im Aostatal überall liest. Im Jahr 1200 gab Graf Thomas der Erste von Savoyen dem Vizegrafen von Aosta, Bosone, das Lehen Villa-Challand mit der Erlaubnis, darauf eine Burg zu bauen; von da an nannten sich Bosone und seine Nachkommen di Challant und wurden zur mächtigsten Familie des Tals.

Sehenswertes

Anfangs war es eine schlichte Burg: ein rechteckiger Turm von wenigen Metern Seitenlänge, umschlossen von einem Mauerring. Dann kam Ebalo der Erste, genannt Ebalo der Große, der sie zu seinem Lieblingssitz machte: Er verlängerte die Mauern nach Norden und Süden um rund dreißig Meter, vergrößerte den Hof und fügte im neuen Ostteil eine Kapelle und ein weiteres rechteckiges Gebäude hinzu.

Die Burg steht auf einem Hügel über dem Dorf, im Val d'Ayas, unweit von Verrès, in einer Lage, die der Kontrolle der talaufwärts führenden Straße diente. Als der Architekt Alfredo D'Andrade sie 1885 besuchte, gab es in der Kapelle noch Reste von Fresken, einige sorgfältig gemalt: Heute sind nur wenige Fragmente geblieben.

Der Besuch

Man steigt von Challand-Saint-Victor auf einem Pfad hinauf; es ist eine offene Ruine, ohne Karte und ohne Zeiten, und sie verlangt festes Schuhwerk und Vorsicht zwischen den Mauern. Anderthalb Stunden hin und zurück.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie die Mauern entlang und suchen Sie die Stelle, an der sie wechseln. Eine Burgruine hat einen Vorteil gegenüber einer restaurierten: Die Nähte liegen offen, und man sieht, wo der kleine Ring des dreizehnten Jahrhunderts endet und Ebalos Verlängerung beginnt. Das würde keine Rekonstruktion lesbar lassen.

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