Am Dreifaltigkeitssonntag 1449 verließen Caterina di Challant und ihr Mann Pietro Sarriod d'Introd die Burg, gingen hinunter auf den Dorfplatz und tanzten mit den jungen Leuten des Ortes. Sie standen mitten in einem Erbkrieg gegen ihre männlichen Vettern, die sich auf das salische Recht beriefen; dieser Tanz brachte ihr die Unterstützung des Orts, und der historische Karneval von Verrès erinnert seither jedes Jahr daran.
Sehenswertes
Von außen ist sie ein strenger Würfel von dreißig Metern Seitenlänge, fast ohne Schmuck: eine der ersten Blockburgen des Aostatals, also ein einziger Bau statt der üblichen Gruppe von Gebäuden hinter einer Ringmauer. Ibleto di Challant ließ sie von Grund auf neu errichten, nachdem ihm die Savoyer das Lehen 1372 verliehen hatten; eine lateinische Inschrift auf dem Sturz der ersten Tür, wenn man vom Erdgeschoss aufsteigt, hält fest, dass die Arbeiten 1390 endeten. Die Burg steht auf einem Felsvorsprung über dem Ort und der Straße ins Val d'Ayas, gegenüber der Burg von Issogne auf der anderen Seite der Dora.
Der Besuch
Caterinas Geschichte endete schlecht: 1456, nachdem ihr Mann aus dem Hinterhalt getötet worden war, musste sie aufgeben, und das Lehen ging an ihren Vetter Giacomo di Challant Aymavilles. Die Burg zählt weiterhin zu den meistbesuchten der Region, und die militärische Festung lässt sich noch ganz lesen, ohne jene Verfeinerungen, die anderswo den Ursprung ausgelöscht haben.
Tipp der Redaktion
Wer sich das Datum aussuchen kann, komme zum Karneval: Es ist der einzige Moment, in dem Burg und Ort dieselbe Geschichte erzählen. Sonst betrachte man sie vor dem Aufstieg vom Talboden aus, um zu erfassen, wie scharf dieser Würfel auf dem Vorsprung sitzt.
