Die Kirche Sant'Adoeno, auch Abtei Sant'Adoeno genannt, ist eine romanische Kirche in Bisceglie, im 11. Jahrhundert im ältesten, ummauerten Stadtkern an der Strada Sant'Adoeno erbaut. Sie ist eines der archaischsten und reinsten Beispiele der apulischen Romanik.
Sehenswertes
Das Gebäude, ganz aus einheimischem Kalkstein errichtet, hat einen dreischiffigen Grundriss ohne Querhaus; das Mittelschiff mit vier Jochen ist von kräftigen Pfeilern geprägt. Im 17. Jahrhundert wurde das Innere mit Zierrat und dekorativen Behängen umgestaltet, und an die Seite des rechten Seitenschiffs wurden drei Kapellen angebaut; im 19. Jahrhundert wurde die alte Dachstuhldecke des Mittelschiffs durch ein Tonnengewölbe mit Stichkappen ersetzt. Der Boden aus Platten einheimischen Steins trägt Grabplatten, die an Bischöfe und angesehene Familien wie die Soldani, Tafuri, Tupputi und Veneziani erinnern. Die Fassade mit gestutztem Giebel hat ein Mauerwerk aus sehr sorgfältig behauenen Quadern dunklen Kalksteins in Schichten unterschiedlicher Höhe; sie wird von einem Adler über einem wilden Tier bekrönt und hat im Giebel ein kleines Auge, geschmückt mit vier Rauten im Wechsel mit sieben Sägezähnen, das den Mondkalender darstellt. In der Mitte, unter dem Giebelgesims, öffnet sich eine Rosette mit Reliefs und Pflanzenmotiven, von zwei Paaren von Konsolen mit romanischen Löwen flankiert und unten von einer Konsole mit einer kleinen Statue, die vermutlich den Heiligen darstellt, dem die Kirche geweiht ist. Im unteren Teil öffnen sich das Hauptportal, bogenförmig und von einem verzierten Rahmen eingefasst, und zwei Seiteneingänge; rechts vom Mittelportal befindet sich eine Grabädikula mit Giebel und einer lateinischen Inschrift, die an einen Verstorbenen namens Bartolomeo erinnert.
Im Januar 1074 überließ der Bischof von Bisceglie, Dumnello, die Kirche zahlreichen Bürgern, den früheren Bewohnern der Weiler Cirignano, Primignano und Zappino; das im Jahr der Überlassung geweihte Gebäude wurde der Jungfrau Maria, dem heiligen Adoeno und dem heiligen Johannes dem Evangelisten geweiht. Der Überlieferung nach wurde sie von normannischen Soldaten eigenhändig errichtet, die sie dem heiligen Audoenus (Saint Ouen), im 7. Jahrhundert Bischof von Rouen und ihr Beschützer, weihen wollten; eine kleine Reliquie des Heiligen aus der Normandie wird in der Kirche aufbewahrt. 1367 weihte Bischof Simone de Rayano sie unter Beteiligung von sechs weiteren Bischöfen neu; in jener Zeit erhielt der Abt als Belohnung für die Treue zu den Anjou drei kostbare illuminierte Antiphonare geschenkt, heute im Diözesanarchiv. 1387 stellte Nicolò Petracino, vom Gegenpapst Klemens VII. zum schismatischen Bischof von Bisceglie gewählt, dort seine Kathedra auf. 1769 wurde die Kirche per Dekret der Ritenkongregation ad instar Ecclesiae Rothmagensis erklärt, das heißt nach dem Vorbild der Kirche von Rouen.
Der Besuch
Die Kirche liegt an der Strada Sant'Adoeno in der Altstadt von Bisceglie. Öffnungszeiten oder Besuchsmodalitäten nennen die herangezogenen Quellen nicht: Sie sind zu prüfen.
Tipp der Redaktion
Rechts vom Hauptportal steht ein interessantes steinernes Taufbecken aus dem 11. Jahrhundert, mit sechs Hochreliefs geschmückt, die die Taufe Christi und die Symbole der Evangelisten zeigen; die Restaurierungsarbeiten wurden 2010 abgeschlossen.
