⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa dei Santi Luca e Giuliano

📍 Grottole, Basilikata · 47/100

1508 begannen die Einwohner von Grottole, in einer neuen Kirche Gottesdienst zu feiern: Sie war auf den Resten zweier abgerissener Kapellen errichtet worden, den heiligen Lukas und Julian geweiht, und sollte Santa Maria Maggiore als Mutterkirche des Ortes ablösen. Die Bauarbeiten zogen sich über Generationen hin — auf dem Türsturz des Hauptportals steht die Jahreszahl 1595 —, und am Ende stand dort das größte Gebäude von Grottole, 20 Meter breit und 39 Meter hoch. Dann kamen die Erdbeben, und heute heißt sie nur noch Diruta, die Zerfallene.

Sehenswertes

Der Grundriss ist ein lateinisches Kreuz mit einem einzigen Kirchenraum: Das Mittelschiff wird von je drei großen Nischen mit Rundbögen gegliedert und öffnet sich über einen breiten Triumphbogen zum Querhaus. Über der Vierung saß eine elliptische Kuppel, die von fast jedem Punkt des Ortes zu erkennen ist. Im Inneren standen neun Altäre, sechs Beichtstühle, eine Orgel mit neun Registern und das Taufbecken; die Reliquien, die hier aufbewahrt wurden — ein Finger des Evangelisten Lukas und Splitter des Heiligen Kreuzes —, liegen heute in der Pfarrei.

Das Hauptportal, signiert von Giulio Carrara della Padula, trägt das Wappen der Gemeinde sowie Figuren Gottvaters und der vier Evangelisten. Am Glockenturm an der Seitenwand ist noch das Relief mit dem 16-strahligen Stern zu lesen, dem Zeichen der Familie Del Balzo. Ein Fenster mit einer Laibung aus dem 15. Jahrhundert erinnert daran, dass der Bau ältere Strukturen übernahm.

Der Besuch

Die Diruta ist keine benutzte Kirche mehr und hat kein Dach: Das Gewölbe des Mittelschiffs stürzte Mitte des 18. Jahrhunderts ein, nachdem das Erdbeben von 1694 einen Längsriss durch das Mauerwerk gezogen hatte, und der 1767 angefügte Stützkörper konnte den Bau nicht mehr retten. Das Beben von 1980 verschlimmerte den Zustand weiter. Man liest sie von außen, indem man ihr im Rione Cristoforo Colombo einmal ganz herumgeht: Außenmauern, polygonale Apsis und die leeren Nischen stehen noch, mit Himmel statt Gewölbe.

Tipp der Redaktion

Bleiben Sie vor dem Portal stehen und suchen Sie die Jahreszahl 1595 auf dem Türsturz: Von dort aus, den Blick an der Fassade nach oben, versteht man, wie hoch der fertige Bau einmal war. Gehen Sie danach ein paar Gassen hinunter und drehen Sie sich um — die Silhouette der elliptischen Kuppel über den Dächern zeigt am besten, was Grottole verloren hat.

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