⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Maggiore

📍 Grottole, Basilikata · 42/100

An Santa Maria Maggiore, die Mutterkirche von Grottole, ist das ehemalige Dominikanerkloster angebaut: Pfarrkirche und Konvent stehen Wand an Wand. Ringsum ein Ort, der über Jahrhunderte ständig den Besitzer wechselte — ab 1042 normannisch, dann anjouinisch, danach in den Händen der Orsini Del Balzo, der Sanchez De Luna d'Aragona, der Caracciolo, der Spinelli — bis zu den Sanseverino von Bisignano, die das Lehen 1738 übernahmen und die Grottole erst 1874 loswurde.

Sehenswertes

Die gewichtigste Ausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist aus Holz: die Holzaltäre, die Sängerempore und das Chorgestühl gehören alle in diese Zeit. Darum herum hat sich abgelagert, was eine Mutterkirche in Jahrhunderten dörflichen Lebens ansammelt, nämlich zahlreiche Gemälde und Statuen, zu verschiedenen Zeiten und aus verschiedenen Gründen hierhergekommen. Ein einheitliches Ensemble ist das nicht und will es auch nicht sein: Es ist das Devotionslager eines Dorfes, in das jedes Stück dann kam, als es eben kam.

Das Stück, nach dem man suchen sollte, ist jedoch eine Skulptur: eine steinerne Madonna mit Kind lukanischer Schule, also aus den Werkstätten der Region und nicht auswärts bestellt. Sie ist das Wertvollste, was die Kirche besitzt, und sie ist dafür gemacht, aus der Nähe betrachtet zu werden, nicht vom hinteren Ende des Kirchenschiffs.

Der Besuch

Die Kirche steht mitten im Ort, auf dem Höhenrücken auf 482 Metern zwischen den Tälern des Basento und des Bradano, und ist von jedem Punkt des Dorfes zu Fuß erreichbar. Veröffentlichte Öffnungszeiten gibt es nicht: Man hält sich am besten an die Gottesdienstzeiten oder fragt in der Pfarrei nach. Der Ort hat knapp zweitausend Einwohner, und Fragen funktioniert besser als die Suche nach einem Schild. Ist das Portal zu, lohnt ein Rundgang um das Gebäude: Das angebaute ehemalige Kloster erkennt man von außen, und man sieht, wie viel Platz die Ordensgemeinschaft einnahm. Drinnen schaut man zuerst nach oben und nach hinten, wo Empore und Chorgestühl liegen: Sie datieren den Innenraum.

Tipp der Redaktion

Nehmen Sie sich auch eine halbe Stunde für die Kirche San Rocco, die zweite wichtige Kirche von Grottole: Im Hauptschiff hängt ein riesiges Polyptychon des 17. Jahrhunderts von Pietro Antonio Ferro mit den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit. Der Kult des Pilgerheiligen setzte sich hier nach der Pest von 1655 durch, und die beiden Kirchen nacheinander erzählen fast alles, was der Ort bewahrt hat.

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