Die Wallfahrtskirche Sant'Antonio abate steht nicht im Ort, sondern rund ein Dutzend Kilometer entfernt, oben auf der Hochebene von Altojanni. Ihre Gründung reicht ans Ende des vierzehnten Jahrhunderts zurück, und die Überlieferung schreibt sie dem Willen der Königin Johanna zu. Neben der Kirche liegen die archäologischen Reste einer Siedlung, die es nicht mehr gibt: eine regelrechte mittelalterliche Stadt, aus unbekannten Gründen wohl schon im fünfzehnten Jahrhundert verschwunden; die Wallfahrtskirche ist heute ihr lebendigstes Gebäude.
Sehenswertes
Von dieser verschwundenen Stadt sind die Ruinen des Turms von Altojanni geblieben, Spuren eines Wehrbaus und einer Kirche sowie zahlreiche in den Boden gegrabene Gruben zur Vorratshaltung: Sie waren die Speicher des Ortes und sind der handfesteste Beleg dafür, wie viele Menschen hier oben lebten. Die Wallfahrtskirche dagegen wurde nie aufgegeben, und deshalb ist der Name Altojanni nicht ganz verloren gegangen: Die Leute aus Grottole stiegen weiter herauf, auch als die Siedlung leer war.
Der Besuch
Drei Termine zählen: der 17. Januar, der Festtag des ägyptischen Heiligen, dann der Pfingstsonntag mit dem folgenden Montag und Dienstag. Das sind die Wallfahrtstage, an denen sich die Hochebene füllt. Sonst liegt der Ort für sich, zwölf Kilometer vom Dorf entfernt; es lohnt sich, vorher im Rathaus nachzufragen.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie einmal um die Kirche herum, bevor Sie sie ansehen: Die Turmruine und die Vorratsgruben liegen wenige Schritte entfernt, und das Wissen, dass die Wallfahrtskirche das übrig gebliebene Stück einer ganzen Stadt ist, verändert den Maßstab dessen, was vor Ihnen steht.
