In den Urkunden wechselt das Gebäude dreimal den Namen. In normannischer Zeit ist es ein castellum — 1089 taucht die erste schriftliche Erwähnung Calvellos auf; unter Friedrich II. wird es zum castrum und steht auf der Liste der neunundzwanzig castra und domus regie der Basilikata, die instand zu halten waren; und es heißt bereits palazzo, als im 16. Jahrhundert die Herzöge Carafa den Sanseverino folgten und einzogen. Der erste namentlich bekannte Eigentümer ist ein gewisser Matheus de Calvello, im Jahr 1147: Damals bestand die Burg nur aus einem viereckigen Bergfried, der noch heute weitgehend erhalten dasteht, umgeben von den Bauten, die sich seit dem 13. Jahrhundert an ihn angelehnt haben.
Sehenswertes
Die Burg verteilt sich auf drei Ebenen; man betritt sie durch einen Bogen, der auf den Hof führt. Links, auf der ersten Ebene, zieht sich die Loggia entlang, die die Repräsentationssäle mit den Schlafräumen verband; zur Zeit der Carafa gab es nur zwei Zugänge zum Hauptgeschoss, und der westliche war von einem übergroßen Tor verschlossen. Rechts vom Bogen lagen Stallungen und Pferdeställe, mit einer Steintreppe, die talwärts führte. Im Norden erstreckt sich ein langer, schmaler, niedriger Bau, dessen Außenkante einem Stück der alten Ringmauer folgt.
Der Rest der Geschichte steht in dem, was fehlt. Das Erdbeben von 1273 hinterließ die ersten Spuren; das von 1826 riss das Dach und einen Großteil des Mauerwerks im obersten Geschoss weg; 1857 stürzte das zweite Obergeschoss ein; der letzte Stoß kam 1980.
Der Besuch
Die Burg liegt im oberen Teil des Ortes, dem weltlich-feudalen Pol, um den sich der Ort seit dem Mittelalter angeordnet hat, mit Häusern, die in Stufen bis zum Felsen ansteigen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie an mehrere Eigentümer verkauft und in Privatwohnungen aufgeteilt, sie ist also kein Museum mit Kasse und Öffnungszeiten: Von außen sieht man den Bergfried, die Hoffront und das erhaltene Mauerstück. Jüngste Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten haben den Bau wieder standfest gemacht.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie im Hof stehen und denken Sie an die Aufstände der Carbonari von 1820-21: Genau hier tagte das Kriegsgericht, das die Aufständischen von Calvello im Schnellverfahren aburteilte, angeführt vom Ortsarzt Carlo Mazziotta. Es ist wohl das schwerste Kapitel der Ortsgeschichte, und es spielte sich nicht auf dem Platz ab, sondern zwischen diesen Mauern. Gehen Sie danach hinunter zum Fluss, bis zur Brücke von Sant'Antuono: Von dort sieht man den ganzen Aufstieg der Häuser auf einen Blick, mit der Burg obendrauf.
