⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario Maria Santissima del Monte Saraceno

📍 Calvello, Basilikata · 43/100

Auf 1320 Metern steht das Heiligtum Maria Santissima del Monte Saraceno an einer Stelle, die vorher militärisch war. Die noch lesbaren Spuren auf dem Grat sprechen für einen Wachtposten, erst langobardisch, dann sarazenisch; neben diesen Ruinen errichteten Benediktinermönche die heutige kleine Kirche. Woher der Name kommt, Monte Saraceno oder Castel Saraceno, weiß niemand sicher.

Sehenswertes

Die Architektur ist auf das Nötigste reduziert: ein Bau wie ein Fass, dessen Dauben die dicken Mauern selbst sind, gesetzt unmittelbar über den Abstürzen ringsum. Drinnen steht die Sacra Effigie, keine ganze Statue, sondern eine Zusammensetzung: Die Bruchstücke der alten Kopie der byzantinischen Madonna de Plano, beim Erdbeben in der Basilikata von 1857 zerstört, wurden aus dem Schutt geborgen und von einem neapolitanischen Künstler wieder gefügt. Die Madonna hält in der linken Hand eine goldene Rose, mit der rechten scheint sie das Kind zu zeigen, das zwischen ihren Knien steht.

Der Schrein, der sie schützt und hier Caggia heißt, stammt von Schnitzern aus dem Ort: von Hand aus Eichenholz gearbeitet, mit Lisenen, Säulen und Kapitellen. Auf der Rückseite trägt er ein Gemälde des Heiligtums und der Einsiedlerhöhle: Rund 200 Meter entfernt lebte einer Ortssage nach ein frommer Mann allein, von dem, was die Hirten ihm gaben. Eine andere Fassung fügt hinzu, nach dem Verschwinden des Einsiedlers hätten Hirten eine hölzerne Madonnenfigur gefunden, und darum sei die Kapelle genau dort gebaut worden.

Der Besuch

Die Statue ist nicht das ganze Jahr über hier oben: Am zweiten Sonntag im Mai zieht sie in Prozession von der Pfarrkirche herauf und wacht dann über das Tal, über Saaten und Herden, bis zum 8. und 9. September, wenn man sie ins Dorf zurückbringt. Der Überlieferung nach soll kein Pilger eintreten, ohne dreimal um den Bau herumgegangen zu sein, betend und Klagelieder singend.

Tipp der Redaktion

Wer die Effigie an ihrem Platz sehen will, kommt zwischen Mai und September herauf; in den übrigen Monaten bleibt der Bau leer und die Madonna steht unten im Dorf. Und gehen Sie vor dem Eintreten die drei Runden ums Gemäuer wie die Pilger: Schneller begreift man nicht, wie wenig Platz zwischen Mauer und Abgrund bleibt.

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