⛪ Kirchen und Heiligtümer

convento di Santa Maria de Plano

📍 Calvello, Basilikata · 42/100

Calvello hat seit fast tausend Jahren zwei Schwerpunkte: oben das Kastell, weltlich und feudal, unten in der Ebene die Anlage von Santa Maria de Plano. Das erste Dokument, das den Ort nennt, stammt von 1089, als Normanno, elfter Graf von Marsico, dem Abt von Santo Stefano in Marsico Nuovo zwei Kirchen des Ortes schenkte; das Priorat Santa Maria de Plano entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts, gegründet von den Benediktinern eben dieses Marsico Nuovo, von dem es auch abhing, und die Kirche ist erstmals 1145 bezeugt. Das Kloster mit dem Kreuzgang kam viel später: Die Franziskaner bauten es am Ende des 16. Jahrhunderts, sehr wahrscheinlich über den Resten einer älteren Anlage.

Sehenswertes

Die Kirche hat eine basilikale Form, drei Schiffe, geteilt durch Pfeiler mit quadratischem Querschnitt. Außen zählen vor allem die beiden romanischen Portale, eines an der Hauptfassade, eines an der Nordseite: Kapitelle und architektonischer Aufbau verweisen auf das Portal der Kirche San Michele in Marsico Nuovo, das dem Steinmetz und Baumeister Melchiorre da Montalbano zugeschrieben wird, also auf das Mutterhaus, dem das Priorat unterstand.

Im Inneren gilt die Suche der vergoldeten Holzfigur der Madonna mit Kind. Im Kreuzgang sind es die Fresken des 17. und 18. Jahrhunderts: Sie beschränken sich nicht auf die Wände, sondern ziehen sich auch über die Gewölbe, man muss also den Kopf heben.

Der Besuch

Die Anlage liegt unterhalb des Ortes, am entgegengesetzten Ende zum Kastell, und man beginnt am besten draußen: Die beiden Portale ähneln einander, sind aber nicht gleich, und der Vergleich vor dem Eintreten macht das am deutlichsten. Die Kirche ist rasch durchschritten, der Kreuzgang braucht Zeit.

Tipp der Redaktion

Nehmen Sie den Namen de Plano mit, denn weiter oben begegnet er Ihnen wieder. Von der alten Kopie der byzantinischen Madonna de Plano sind nur Bruchstücke geblieben, nach dem Erdbeben von 1857 aufgelesen und von einem neapolitanischen Künstler wieder zusammengesetzt: Sie bilden die Effigie, die im Heiligtum Monte Saraceno auf 1320 Metern über dem Dorf verehrt wird, wohin man sie am zweiten Sonntag im Mai in Prozession trägt.

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