⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Nicola di Mira

📍 Castelluccio Inferiore, Basilikata · 47/100

Wann sie gegründet wurde, weiß niemand: Von der Kapelle, aus der die Kirche San Nicola di Mira, die Pfarrkirche von Castelluccio Inferiore, hervorging, blieb eine Inschrift mit der Jahreszahl 1286, und daraus schließt man, dass der Bau im 14. Jahrhundert bereits stand. Das erste Dokument, das ihr den Rang einer Erzpriesterkirche zuspricht, stammt von 1510 und ist eine Urkunde der Kathedrale von Cassano all'Ionio: Jahrhundertelang blickte Castelluccio nicht in die Basilikata, sondern nach Kalabrien. Erst ein Dekret der Bischofskongregation vom 8. September 1976 überführte die Pfarrei in die Diözese Tursi-Lagonegro.

Sehenswertes

Ihr heutiges Gesicht verdankt die Kirche dem allgemeinen Umbau um die Mitte des 17. Jahrhunderts, dem schon Eingriffe zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert vorausgegangen waren. Die gestaffelte Fassade ist nach Norden gerichtet und wird von einem vorspringenden Gesims in zwei Register geteilt, beide durch Lisenen gegliedert: unten das Hauptportal in der Mitte und zwei kleinere Eingänge an den Seiten, oben zwei rundbogige Fensterchen und ein Okulus mit einer sakralen Darstellung, darüber ein dreieckiger Giebel. Der angebaute Glockenturm hat einen quadratischen Grundriss, die Glockenstube auf jeder Seite ein einbogiges Fenster und darüber eine Kuppel auf breitem achteckigem Tambour.

Im Inneren drei Schiffe, getrennt durch Pfeiler mit toskanischen Lisenen, die Rundbögen tragen; über dem Gebälk läuft ein Attikageschoss mit Fenstern, die Seitenschiffe sind mit Kreuzgewölben gedeckt. Am Ende des Raums liegt der um drei Stufen erhöhte, von einer geraden Wand geschlossene Chor mit dem Hochaltar und den besten Werken: dem Abendmahl, das Giulio dell'Oca 1607 malte, und dem Freskenzyklus, den Angelo Galtieri zwischen 1731 und 1737 ausführte.

Der Besuch

Es gibt drei Eingänge, alle an der nach Norden gerichteten Front: das Hauptportal in der Mitte, zwei kleinere an den Seiten. Es ist die Pfarrkirche des Ortes und gehört zur Pastoralzone Mercure-Tirrenica, deshalb richtet man den Besuch am besten nach den Gottesdienstzeiten. Gleich nach dem Eintreten der Blick nach hinten: Der Chor liegt drei Stufen höher, und der zur Gemeinde gewandte Altar ist seine jüngste Zutat, von 2000, als der Bau an die nachkonziliaren liturgischen Vorschriften angepasst wurde.

Tipp der Redaktion

Bleiben Sie im Chor stehen und vergleichen Sie die beiden Daten: Das Abendmahl von Giulio dell'Oca trägt 1607, die Fresken von Angelo Galtieri stammen von 1731-1737. Zwischen der einen und den anderen liegt mehr als ein Jahrhundert, und dazwischen liegt die barocke Baustelle, die die Kirche neu gemacht hat: Wer erst das eine und dann die anderen ansieht, erkennt, was sich hier zwischen dem frühen 17. und dem vollen 18. Jahrhundert verändert hat.

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