🏰 Burgen und Schlösser

Castello dei Principi di Sanseverino

📍 Viggianello, Basilikata · 36/100

Die Burg steht am höchsten Punkt von Viggianello, und jede Herrschaft, die hier durchkam, hat eine Schicht hinterlassen. Die erste befestigte Anlage war römisch: ein castrum zur Kontrolle des Tals und der Straßenkreuzungen auf dem Hügel Serra, die schon die Achäer benutzten. Die Byzantiner machten daraus das Verwaltungszentrum des kastrion, eines ummauerten Bezirks, der auch das zwischen den Vierteln Cella und Ravita gewachsene Bauerndorf einschloss. Die Normannen errichteten den massiven Turm auf quadratischem Grundriss und setzten die Ringmauer wieder instand; die Staufer erweiterten den Bau und schmückten ihn mit den für die friderizianische Kunst typischen Friesen.

Sehenswertes

In der Anjou- und der Aragonesenzeit wuchs der Bergfried beträchtlich und wurde zum militärischen und administrativen Mittelpunkt eines weiten Gebiets. Im 15. Jahrhundert nahm ihn der Große Feldherr Gonzalo de Córdoba ein, danach zählte er zu den Besitzungen der spanischen Krone in Italien. Im 16. Jahrhundert verwandelten die Fürsten Sanseverino die Festung in einen Palast, da Verteidigung nicht mehr nötig war: von ihnen hat die Burg den Namen, den sie bis heute trägt.

Die alte Zisterne ist erhalten. Von dem Geheimgang, der nach örtlicher Überlieferung durch den Untergrund des Dorfes bis zum Kanal Carella führte, um die Burgherren bei einer Belagerung hinauszubringen, hat man dagegen nie eine Spur gefunden. In diesen Mauern suchte 1806 der französische General Grasson mit seiner Garnison Zuflucht, verfolgt vom Briganten Muscariello an der Spitze einer bourbonentreuen Bande.

Der Besuch

Hinauf geht es zu Fuß durch die Gassen und kleinen Plätze der Altstadt, die aus voneinander getrennten Häusergruppen besteht: eine ungewöhnliche Siedlungsform, die mindestens seit den Karten von 1797 belegt ist. Suchen Sie zuerst den normannischen Turm auf quadratischem Grundriss, den auffälligsten Teil. Von der Ortsmauer sind nur verstreute Reste geblieben. Nicht weit entfernt liegen die Ruinen der Kirche San Nicola, der ältesten des Ortes, seit einigen Jahrzehnten verfallen, aber noch mit den Spuren ihrer Fresken.

Tipp der Redaktion

Steigen Sie von der Burg zu den Vierteln Cella und Ravita hinab: Zwischen den Häusern erkennt man die Reste der Mauern des byzantinischen kastrion, jenes Rings, der Festung und Bauern zusammenhielt. Es ist der älteste Teil des Ortes, und diese Steine sind das Stück der byzantinischen Umfassung, das sich noch lesen lässt.

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