⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario di Santa Maria della Consolazione

📍 Rotonda, Basilikata · 35/100

In der Nacht des 7. Oktober 1976 verschwand aus dem Heiligtum die Madonnenstatue, ein Marmorwerk von 1512. Vier Jahre später tauchte sie in der Villa Wanda in Arezzo auf, dem Haus von Licio Gelli: Die Skulptur war überarbeitet worden, um sie unkenntlich zu machen, und erkannt hat sie ein Einwohner von Rotonda, der Fotos davon in einer Zeitschrift sah. Vor der Heimkehr blieb die Madonna bis zum 3. Oktober 1981 in der Engelsburg ausgestellt.

Sehenswertes

Das Heiligtum liegt einen Kilometer südlich des Ortes und ist byzantinischen Ursprungs, doch der Bau, den man heute sieht, ist der Wiederaufbau von 1558, aus Dankbarkeit errichtet: Während einer Pestepidemie soll die Madonna einem Hirtenmädchen erschienen sein. Die Statue aber stammt von 1512, ist also älter als die Kirche, die sie birgt, und das heißt, dass man schon vorher hierherkam, um zu beten.

Am Eingang steht ein steinernes Portal. Drinnen zwei runde Marmorreliefs des 17. Jahrhunderts mit vergoldeten Holzdekorationen, und die Madonna, wieder an ihrem Platz nach ihrer erzwungenen Reise durch Italien.

Der Besuch

Ein Teil der Anlage übt das Handwerk einer Kirche längst nicht mehr aus. Zwischen dem späten 18. und dem frühen 19. Jahrhundert war hier für kurze Zeit ein Waisenhaus untergebracht; dann zog das Diözesanseminar ein; heute beherbergt ein Teil des Gebäudes die Verwaltung des Nationalparks Pollino. Man kommt wegen der Madonna und findet zugleich das Büro, das die Berge ringsum verwaltet.

Tipp der Redaktion

Fragen Sie nach der Statue, wen immer Sie in der Kirche antreffen. Rotonda hat sie nach fünf Jahren zurückbekommen und erzählt die Geschichte gern: der Diebstahl in der Nacht, das Schweigen, das Foto in der Zeitschrift, die römische Vitrine und die Rückkehr. Eine Dorfgeschichte, die durch eine der trübsten Affären der Republik führt.

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