⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Caterina d'Alessandria d'Egitto

📍 Viggianello, Basilikata · 42/100

In der Krypta der Mutterkirche von Viggianello sitzen drei mumifizierte Priester auf einer Bank, noch immer in die goldenen Gewänder gehüllt, in denen man sie bestattet hat: die bekannteste der vielen Grablegen unter dem Fußboden. Darüber steht ein Bau mit mindestens zwei Lebensaltern. Die Anlage geht auf byzantinische Zeit zurück, doch die Kirche, die man heute betritt, wurde unter der Baronie der Bronzuto im Jahr 1634 erweitert und höchstwahrscheinlich völlig neu errichtet. In einem Ort, in dem sich byzantinische Feldkapellen dutzendweise über die Bauernweiler verteilen, ist dies die Mutterkirche, und die heilige Katharina von Alexandrien, deren Reliquie hier verwahrt wird, ist die Schutzpatronin.

Sehenswertes

Das Innere ist die Schichtung von vier Jahrhunderten an Aufträgen. Das Taufbecken besteht aus Alabaster und stammt aus dem 16. Jahrhundert, ebenso die steinerne Madonna; der Marmoraltar wird dem Bildhauer Palmieri zugeschrieben und gehört ins 18. Jahrhundert, die Weihwasserbecken aus weißem Marmor ins 19. An den Wänden läuft ein Freskenzyklus von Alfonso Metallo, unter den Gemälden finden sich Leinwandbilder des 17. und 18. Jahrhunderts.

Das hölzerne Chorgestühl ist aus dem 17. Jahrhundert, die Orgel trägt die Jahreszahl 1880. Die hölzerne Statue der Schutzpatronin wird in die Renaissance oder in eine noch frühere Zeit datiert: zusammen mit der steinernen Madonna ist sie das älteste Stück, das die Kirche bewahrt. Unter dem Boden setzt sich der Bau in der Krypta fort, in der sich neben den drei Priestern zahlreiche weitere Bestattungen aneinanderreihen.

Der Besuch

Man kommt zu Fuß durch die Gassen der Altstadt herauf; der Palazzo Marino-Siniscalchi steht direkt unterhalb der Kirche. Sehen Sie sich zuerst das Alabasterbecken an, dann heben Sie den Blick zu den Fresken Metallos und zur Orgel. Die Krypta lässt sich nicht so frei begehen wie das Kirchenschiff: Wer sie sehen möchte, fragt am besten in der Pfarrei. Am 25. November, dem Tag der heiligen Katharina, findet im Ort der nach ihr benannte Jahrmarkt statt, dessen Ursprünge örtliche Quellen als sehr alt bezeichnen.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie beim Hinausgehen ein paar Meter hinunter zum Portal des Palazzo Marino-Siniscalchi: In den Stein ist das Wappen einer Familie gehauen, die aus Genua kam, wo ein Boemondo Marino 1146 Konsul war. Die Marino wohnten bis Mitte der sechziger Jahre in Viggianello, dann ging der Palast in Privatbesitz über.

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