Unter den Arkaden vor der Kirche malte Girolamo Todisco zwischen 1616 und 1634 eine Kreuzigung der Franziskanermärtyrer Japans: ein seltenes Thema der sakralen Malerei, das nur wenige Jahrzehnte nach den dargestellten Ereignissen bis hierher in den Süden gelangte. Das Kloster Sant'Antonio wurde ab 1512 im unteren Teil der Ortschaft errichtet, abseits des Zentrums von Rivello, und gilt bis heute als das bedeutendste Baudenkmal der Gemeinde. Heute ist es ein ehemaliges Kloster: Im Obergeschoss, wo einst die Zellen lagen, ist das archäologische Museum untergebracht.
Sehenswertes
Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert barock überformt, bewahrt aber weit ältere Stücke: Gemälde des 16. Jahrhunderts, darunter eine von Felice Vitale signierte und 1597 datierte Verkündigung, sowie ein hölzernes Chorgestühl des 17. Jahrhunderts. Die Schichtung lässt sich hier gut ablesen, denn der Umbau des 18. Jahrhunderts hat die älteren Ausstattungsstücke nicht beseitigt.
Auch der Kreuzgang ist von Todisco ausgemalt, und im Refektorium hängt ein Abendmahl von Giovanni Todisco. Im Obergeschoss versammelt das archäologische Museum Funde aus dem gesamten Einzugsgebiet des Flusses Noce, des antiken Talao, und aus dem des Lao: die beiden Täler, die diesen Teil der Basilikata mit dem Meer und dem Cilento verbinden.
Der Besuch
Das Kloster liegt im unteren Teil der Ortschaft, weit vom historischen Zentrum entfernt: Es ist keine Station, die man einem Bummel durch die Gassen nebenbei anhängt, sie will eigens eingeplant werden. Das Erste, was man ansehen sollte, befindet sich im Freien und erfordert kein Eintreten, denn die Fresken Girolamo Todiscos liegen unter den Arkaden vor der Kirche. Danach folgen der Innenraum, der Kreuzgang und das Refektorium, zuletzt der Aufstieg ins Obergeschoss zum Museum.
Tipp der Redaktion
Nehmen Sie sich Zeit, die beiden Todisco zu vergleichen, die hier gearbeitet haben: Girolamo unter den Arkaden und im Kreuzgang, Giovanni im Refektorium mit dem Abendmahl. Und suchen Sie unter den Arkaden die Kreuzigung der Franziskanermärtyrer Japans: Das ist die Szene, die Ihnen bleiben wird, denn von diesem Thema sind nur sehr wenige gemalte Fassungen erhalten, und eine davon in einem Kloster der südlichen Basilikata anzutreffen, ist der beste Grund für den Umweg hier herunter.
