⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Nicola di Bari

📍 Rivello, Basilikata · 43/100

Im August 1806 plünderten Napoleons Soldaten auf dem Durchmarsch zur Belagerung des nahen Lauria die Pfarrkirche San Nicola di Bari und die darunterliegende Krypta: In der Krypta stellten sie sogar ihre Pferde unter. Der Bau ist mittelalterlichen Ursprungs und wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erweitert und aufgestockt, teilweise auf den Ruinen der alten Burg von Rivello. Er steht im oberen Viertel des Ortes, dem der bardàv'ti, die zur Kirche des lateinischen Ritus gehörten, während das untere Viertel der Pfarrei griechischen Ritus von Santa Maria del Poggio unterstand: zwei Gemeinschaften, zwei Riten, zwei Kirchen an den entgegengesetzten Enden der Ortschaft.

Sehenswertes

Vor der Fassade liegt eine Freitreppe des 18. Jahrhunderts, vollständig aus lokalem Stein gearbeitet; sie ist der Teil des Baus, der der Erweiterung jener Zeit am meisten verdankt. Im Inneren haben sich Leinwandbilder des 18. Jahrhunderts erhalten, darunter eine Rosenkranzmadonna von Paolo de Matteis, um 1715-18 zu datieren, sowie Fresken des 19. Jahrhunderts.

Unter der Kirche liegt jedoch das, was San Nicola von allen anderen Pfarrkirchen der Gegend unterscheidet: die Krypta mit Kreuzgewölben auf schlanken Säulen aus lokalem Stein. An Größe wird sie nur von der Krypta unter der Basilika San Nicola in Bari übertroffen, jener Kirche also, deren Patrozinium sie hier trägt.

Der Besuch

Man erreicht sie am höchsten Punkt des Ortes, wo die Kirche zum Teil auf den Burgruinen aufsitzt, und das Erste, was man ansehen sollte, ist die Freitreppe von unten, bevor man sie hinaufsteigt. Da es sich um die Pfarrkirche handelt, richten sich die Zeiten nach den Gottesdiensten: Finden Sie verschlossen vor, kommen Sie zur Messe wieder und fragen Sie dann nach dem Abstieg in die Krypta, dem ältesten und überraschendsten Raum des Ganzen.

Tipp der Redaktion

Wenn Sie aus der Krypta wieder heraufgekommen sind, gehen Sie zu Fuß hinunter ins untere Viertel bis nach Santa Maria del Poggio. Dass die beiden Kirchen so weit auseinanderliegen, ist kein Zufall: Jahrhundertelang dienten sie zwei Gemeinschaften, die sich von einem Ende Rivellos zum anderen beäugten, die bardàv'ti hier oben, die bardàsci dort unten. Legen Sie den Weg zu Fuß zurück, und die Geschichte der beiden Riten, in Büchern eine gelehrte Fußnote, wird schlicht zur Form des Ortes.

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