⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria del Poggio

📍 Rivello, Basilikata · 47/100

Die Apsis der Kirche Santa Maria del Poggio endet unmittelbar über einem Felsabbruch. Der Bau nimmt die gesamte Kuppe des Hügels ein, den man in Rivello den Poggio nennt, und aus der Ferne wirkt sein Umriss eher wie eine Festung als wie eine Pfarrkirche. Der ursprüngliche Bau ist allerdings ein anderer: Er liegt in den unteren Geschossen und ist die Kapelle San Giovanni aus dem frühen Mittelalter. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche erweitert und aufgestockt, und die alte Kapelle wurde dabei in das untere Niveau einbezogen, statt abgerissen zu werden. Über Jahrhunderte war Santa Maria del Poggio die Pfarrei des griechischen Ritus in Rivello, zuständig für das untere Viertel, dessen Bewohner bardàsci hießen, während am anderen Ende des Ortes San Nicola di Bari den lateinischen Ritus pflegte.

Sehenswertes

Der Innenraum wurde nach der Aufstockung des 18. Jahrhunderts barock überformt, bewahrt aber zwei Stücke, die älter sind als sein heutiges Gewand: ein Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert und ein Polyptychon aus dem 17. Jahrhundert. Sie haben sämtliche Umbauten überstanden, von der frühmittelalterlichen Kapelle bis zur heutigen Festungskirche.

Das Zweite, worauf man achten sollte, ist der Bau selbst, und der erschließt sich von außen besser als von innen: Die Kirche wächst über mehrere Ebenen, weil sie über die ältere gesetzt wurde und nicht an deren Stelle, und die Apsisseite reicht ohne jeden Abstand bis an die Felskante.

Der Besuch

Vorweg das Wichtigste: Die Kirche ist wegen der Schäden des Erdbebens vom 9. September 1998 geschlossen, das in diesem Teil der Basilikata historische Bauten schwer traf; die Wiedereröffnung hängt vom Fortgang der Restaurierung ab. Vorerst bleibt der Besuch ein äußerer, und das ist keineswegs wenig: Steigen Sie zu Fuß aus dem unteren Viertel herauf und umrunden Sie den Bau bis zur Apsisseite, denn dort versteht man das Verhältnis von Mauerwerk und Fels wirklich.

Tipp der Redaktion

Bevor Sie zum Poggio hinaufgehen, halten Sie sich an zwei Namen im Ortsplan: Piazza dei Greci und Fonte dei Lombardi. Sie erzählen dieselbe Geschichte wie diese Kirche. Die Griechen sollen nach der Zerstörung durch die Sarazenen aus dem nahen Velia gekommen sein, die Langobarden hatten sich nach den Einfällen der Völkerwanderung niedergelassen, und beide Gemeinschaften teilten Rivello in zwei Viertel mit zwei Pfarreien und zwei Riten. Von hier oben, mit San Nicola di Bari am entgegengesetzten Ende des Ortes, sehen Sie diese Teilung mit bloßem Auge.

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