Alfonsine

Provinz: Ravenna · Region: Emilia-Romagna · Einwohner: 12.245 · PLZ: 48011

Der Ort ist aus einem verschenkten Sumpf entstanden. Im Jahr 1464 überließ Borso d'Este dem Teofilo Calcagnini die Feuchtgebiete nördlich von Fusignano; sein Sohn Alfonso setzte die Trockenlegung fort, und das gewonnene Land nahm den Namen seines Herrn an: le Alfonsine. Der Plural ist nie verschwunden, im Romagnolischen sagt man noch heute agl'Infulsen. Es war eine umstrittene Grenze zwischen dem venezianischen Ravenna und den Este-Markgrafen, und der Kompromiss von 1506 legte sie entlang des Flusses Senio und der via Reale fest, einer Straße auf einem Damm, weil das Wasser ringsum höher stand als die Felder.

Aus dieser Wassergeographie hat das zwanzigste Jahrhundert eine Frontlinie gemacht: vom Herbst 1944 bis zum Frühjahr 1945 blieben die Armeen am Senio stehen, und Alfonsine wurde dem Erdboden gleichgemacht. Es ist einer der ganz wenigen Orte, die anderswo wieder aufgebaut wurden: der Kern lag am rechten Ufer des Flusses, heute liegt er am linken, und die Gemeinde erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille. Außerhalb des Ortes steht die Wallfahrtskirche der Madonna del Bosco, entstanden 1714 aus einem Votivbild, das an einem Baum hing, wo ein Holzfäller ums Leben gekommen war: die Kirche flog durch die Bomben in die Luft und wurde zwischen 1951 und 1952 wieder aufgebaut, das Bild nicht, denn der Pfarrer hatte es rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

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