Der Name ist eine Steuerbefreiung. VillaFranca hieß: Ort, frei von Abgaben; daraus wurde Francavilla, und 1863 fügte man «Marittima» hinzu, weil er nahe am Meer liegt. Bevor er ein Ort war, war dieser Platz allerdings eine Grenze: Im zwölften Jahrhundert heißt die Gegend «Divisa», die Scheidelinie zwischen den Lehen von Cassano und Cerchiara, und wird als ein von Wäldern bedecktes, unbewohntes Gut beschrieben; dann wird sie ein casale, eine Streusiedlung, die von einem größeren Zentrum abhängt; und im fünfzehnten Jahrhundert gehört sie den Sanseverino, Fürsten von Bisignano. Die Fürstenkrone, die noch im Wappen steht, ist die ihre, über einem Zinnenturm und einer Burg, mit Sternen für die Ortsteile und Zweigen von Ölbaum und Eiche.
Unter dem Ort liegt jedoch weit mehr: Auf dem Hügel Timpone della Motta lagen ein önotrisches Dorf und dann ein griechisches Heiligtum, und daneben erstreckt sich die Nekropole von Macchiabate. Im alten Kern gießt der Brunnen von 1793 aus drei Röhren in drei Marmorbecken, und die Ziegelfront bauten ihm 1897 Garofalo und De Simone; die Mutterkirche ist aus dem achtzehnten Jahrhundert, der Glockenturm aus dem vorigen, und die Bronzeglocke goss 1716 Antonio Starita. Die Wallfahrtskirche der Beata Vergine degli Infermi schließlich war die Hauskapelle der Herzöge Serra di Cassano: im achtzehnten Jahrhundert an die Familie Apolito verkauft, wurde sie von dieser 1806 von Grund auf neu gebaut, nach einer Erscheinung in der Nacht des 14. September jenes Jahres, und deren Nachkommen besitzen sie bis heute.