Die Mamertiner waren Söldner, dem Gott Mars ergeben, die Samnium verlassen hatten, um einer Seuche zu entgehen. Von Agathokles, dem Tyrannen von Syrakus, angeworben, zogen sie nach dessen Tod bis nach Messina und nahmen es ein; sie waren die Hauptverantwortlichen für den Ausbruch des Ersten Punischen Krieges, und als sie sich zwischen Rom und Karthago zerrieben sahen, verließen sie Sizilien und kehrten in diesen Zipfel Kalabriens zurück, wo sie Mamerto gründeten. Seine Reste liegen im Bezirk Mella, größtenteils noch verschüttet: zutage kamen gepflasterte Straßen von mehr als sieben Metern Breite und eine gewaltige Menge Münzen, unter denen die mamertinischen mehr als ein Viertel ausmachen, eine Konzentration, die im Süden Italiens ohne Vergleich ist.
Die mittelalterliche Stadt entstand über dem antiken Oppidum und wurde 1056 von Roger dem Normannen erobert. Das Erdbeben vom 5. Februar 1783 zerstörte sie, und sie wurde anderswo wieder aufgebaut, während das alte Oppido blieb, wo es war. In den Untergeschossen der Kirche San Giuseppe kann man die colatoi besichtigen, die Krypten, in denen die Leichname der Mönche getrocknet wurden: man setzte sie aufrecht hin, band sie mit Eisenklammern fest, und die Nischen waren durch Abflusskanäle verbunden; war die Trocknung beendet, blieben die Skelette in jener Haltung.