Casamarciano zählt 3.272 Einwohner auf den Hügeln nordöstlich des Vesuv. Für den Namen gibt es drei Erklärungen: ein Marciano, dem hier Häuser gehörten, ein Beamter desselben Namens, oder ein Tempel des Mars — Casa Martiana, dann Casa Marciana. Der Ort war einer der sechzehn Casali von Nola: Als 1529 die Herrschaft der Orsini endete, wurde Nola freie Stadt und bildete mit seinen Casali eine einzige große università, eine Art Super-Gemeinde. Sie hielt nicht: 1643 kaufte der Lehnsherr Giulio Mastrilli den größten Teil davon, und die Casali machten sich einer nach dem anderen selbständig.
Hier zahlte man die Herdsteuer, die Familienabgabe, die Alfons I. im fünfzehnten Jahrhundert einführte, und die Register mit den Herdzählungen von Nola und Umgebung gibt es nicht mehr: Deutsche Truppen verbrannten sie 1943, als sie die Villa Montesano bei San Paolo Bel Sito in Brand steckten, wohin man sie in Sicherheit gebracht hatte. Von dem, was die Leute von Casamarciano im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert taten, weiß man wenig: Pappeln und Maulbeerbäume, Weinberge am Hang und in der Ebene, Kastanienwälder für Bauholz und Kohle, und ein Handel, der Getreide aus Apulien holte, um es anderswo zu verkaufen.