⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa dei Santi Filippo e Giacomo

📍 Napoli, Kampanien · 61/100

An der Via San Biagio dei Librai, also an der Spaccanapoli, steht die Kirche, die sich die Seidenhändler bauen ließen. Die Seidenzunft war eine der reichsten Korporationen der Stadt, und im achtzehnten Jahrhundert baute sie ihre Kirche der Heiligen Philippus und Jakobus von Grund auf neu, um es zu zeigen: eingelegte Marmore überall, verschiedene Farben in den Altären, Stuck, Vergoldung und eine bemalte Decke. Wer eintritt, begreift sofort, wie viel Seide in Neapel einbrachte.

Sehenswertes

Die Altäre und Brüstungen sind das Glanzstück: Die neapolitanischen Marmorarbeiter schnitten Platten verschiedener Steine und fügten sie wie ein Puzzle zusammen, sodass Blumen, Voluten und Bänder entstanden, die gemalt aussehen und doch Stein sind. Hier ist die Arbeit besonders reich, weil der Auftraggeber es sich leisten konnte. An der Decke und in den Altären hängen Leinwände neapolitanischer Maler des achtzehnten Jahrhunderts.

Neben der Kirche liegt der Sitz der Zunft, mit Versammlungssaal und Möbeln: Es war zugleich Kultstätte, Berufsverband und Lehrlingsschule. Der Komplex erzählt von einem Handwerk, das in Neapel jahrhundertelang Tausenden Arbeit gab und heute fast verschwunden ist.

Der Besuch

Die Kirche liegt in der Via San Biagio dei Librai, fünf Minuten von der Piazza San Domenico und zehn vom Dom, an der belebtesten Straße der Altstadt; Eintritt frei, mit begrenzten, an die Gottesdienste gebundenen Zeiten. Zwanzig Minuten.

Tipp der Redaktion

Treten Sie an den Hochaltar und sehen Sie den Marmor aus wenigen Zentimetern an: Man erkennt die hauchdünnen Fugen zwischen den Stücken und begreift, dass jedes Blütenblatt eine von Hand geschnittene und eingepasste Platte ist. Es ist das Handwerk, in dem die Neapolitaner zwei Jahrhunderte lang die besten Europas waren, und beurteilen lässt es sich nur aus der Nähe.

Napoli entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.