Das Hauptportal dieses Palasts ist seit 1799 verschlossen und wurde nie wieder geöffnet. Es blickte zum Königspalast, und Fürst Serra di Cassano ließ es zumauern, nachdem sein Sohn Gennaro, der an der Neapolitanischen Republik teilgenommen hatte, verurteilt und hingerichtet worden war. Seither tritt man von hinten ein, an der Via Monte di Dio: Trauer, in Architektur verwandelt und über zwei Jahrhunderte gehalten.
Sehenswertes
Der Bau entstand in den zwanziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts durch Ferdinando Sanfelice, den für seine Treppen berühmten neapolitanischen Architekten: Hier ist die Treppe zweiläufig, geschlossen, und spielt mit dem Gegensatz von dunklem Piperno und weißem Marmor. Man steigt zwischen diesen beiden Farben hinauf, und es ist eines der schönsten barocken Innenräume der Stadt.
Den achteckigen Hof vollendete später ein anderer Architekt, der zwanzig Jahre auf der Baustelle blieb. Der Palast wurde durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs beschädigt und vom letzten Herzog der Familie wiederhergestellt; heute beherbergt er ein Institut für philosophische Studien, mit Bibliothek und Kulturprogramm.
Der Besuch
Der Palast liegt an der Via Monte di Dio, auf dem Hügel Pizzofalcone, zehn Minuten bergauf von der Piazza del Plebiscito; der Zutritt hängt von den Veranstaltungen des dort ansässigen Instituts ab, von Sonderöffnungen und Besuchen auf Anfrage: vorher erkundigen. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie zur Via Egiziaca hinunter und suchen Sie das verschlossene Portal auf der Seite des Königspalasts: Von außen wirkt es wie ein Tor unter vielen, und doch ist es eine politische Erklärung, die seit über zweihundert Jahren steht. In einer Stadt, die viel redet, ist dies der leiseste Protest überhaupt.
