🏰 Burgen und Schlösser

Palazzo Cellammare

📍 Napoli, Kampanien · 61/100

Die Via Chiaia ist eine Einkaufsstraße, durch die halb Neapel geht, und auf halbem Weg, links bergauf, liegt ein riesiges Portal, das kaum jemand ansieht. Es ist der Eingang des Palazzo Cellammare, zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts gebaut und drei Jahrhunderte lang eines der meistbesuchten Häuser Europas: Im achtzehnten Jahrhundert, als er dem Fürsten von Francavilla gehörte, fanden hier die Feste statt, zu denen jeder ging, der durch Neapel kam, von den Reisenden der Grand Tour bis zu den Gesandten.

Sehenswertes

Das monumentale Portal, im achtzehnten Jahrhundert von Ferdinando Fuga entworfen, öffnet sich auf eine ansteigende Rampe: Der Palast liegt höher als die Straße, und die Steigung diente dazu, die Kutschen bis in den Hof fahren zu lassen. Darüber, für alle, die die Via Chiaia entlanggehen, verborgen, liegt ein Hängegarten mit Bäumen, den man nur ahnt, wenn man hinaufsieht und die Wipfel über die Mauer ragen sieht.

1787 kam Goethe auf seiner Italienreise hierher, und in den Erinnerungen der Zeit taucht der Name dieses Hauses immer wieder auf: Es war der Punkt, an dem der neapolitanische Adel dem fremden begegnete. Heute ist der Palast in Privatbesitz aufgeteilt und nicht zu besichtigen; von der Straße sieht man Portal, Durchfahrt und den Beginn der Rampe, und das genügt, um den Maßstab zu begreifen.

Der Besuch

Der Palast steht in der Via Chiaia, fünf Minuten von der Piazza del Plebiscito und ebenso weit von der Piazza dei Martiri; es gibt keine Zeiten und keine Karten, denn er ist nicht öffentlich zugänglich. Zehn Minuten im Gehen. Man kommt zwangsläufig vorbei, wenn man vom Zentrum nach Chiaia geht.

Tipp der Redaktion

Bleiben Sie unter dem Portal stehen und sehen Sie hinauf zur Mauer über dem Eingang: Die Zweige, die dort herausragen, gehören zum Hängegarten, also zu einem Stück Land über der Einkaufsstraße. Es ist das Neapolitanischste überhaupt: Hinter einem Schuhschaufenster liegt ein Garten des achtzehnten Jahrhunderts, und keiner der Vorübergehenden weiß es.

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