⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di Santa Maria Maggiore

📍 Roma, Latium · 87/100

Der Legende nach verdankt diese Basilika ihre Entstehung einem Schneefall im August: In der Nacht des 5. August, mitten im römischen Sommer, soll Schnee den Esquilin bedeckt und Papst Liberius (352-366) den Umriss der Kirche vorgezeichnet haben, die der Patrizier Johannes finanzieren sollte. Das „Schneewunder“ wird noch heute jedes Jahr am 5. August nachgestellt, wenn während der Morgenmesse und der Vesper am Abend ein Regen weißer Blütenblätter von der Decke auf die Gläubigen herabfällt.

Der heutige Bau wurde von Papst Sixtus III. am 5. August 434 geweiht, kurz nach dem Konzil von Ephesos (431), das Maria zur Gottesmutter erklärt hatte, und er ist die einzige Basilika Roms, die ihre ursprüngliche frühchristliche Struktur bewahrt hat, wenn auch über die Jahrhunderte bereichert.

Sehenswertes

Die Mosaiken des 5. Jahrhunderts sind das Herzstück des Besuchs: Im Langhaus haben sich 27 der ursprünglich 42 Felder mit Geschichten des Alten Testaments erhalten, der erste Bilderzyklus, der in einer römischen Kirche auftauchte, während über den Triumphbogen die Szenen aus der Kindheit Christi laufen, mit der Widmung in goldenen Lettern Xystus episcopus plebi Dei, „Bischof Sixtus dem Volk Gottes“. In der Apsis ist die Marienkrönung, die Jacopo Torriti 1295 für Nikolaus IV. schuf, die erste Krönung Mariens in einer Apsis überhaupt; die Mosaiken der Fassade stammen von Filippo Rusuti. Die Basilika bewahrt außerdem die Reliquie der Krippe Jesu — daher der alte Name Sancta Maria ad Praesepe — und die Ikone der Salus Populi Romani, die 1838 auf Wunsch Gregors XVI. kanonisch gekrönt wurde.

Der Besuch

Santa Maria Maggiore ist eine der vier großen Papstbasiliken und eine der Sieben Kirchen der römischen Pilgerfahrt. Der Bau samt Freitreppen ist nach den Lateranverträgen exterritoriales Gebiet des Heiligen Stuhls. Unter den Füßen liegt der kosmatische Fußboden, mittelalterlich angelegt im 12. Jahrhundert und bei den Restaurierungen des 18. Jahrhunderts durch Ferdinando Fuga erneuert, von dem auch die heutige Fassade stammt; eine institutionelle Kuriosität: Ehrenprotokanoniker des Kapitels ist von Rechts wegen der König von Spanien.

Tipp der Redaktion

Wenn du dir das Datum aussuchen kannst, komm am 5. August wegen des Regens weißer Blütenblätter, der an den Schneefall erinnert: Es ist einer der eigenwilligsten Bräuche des römischen Kalenders. An allen anderen Tagen denk daran, dass die Mosaikfelder im Langhaus klein sind und hoch über dem Säulengang sitzen: Ein Fernglas, auch ein Opernglas, verändert den Besuch von Grund auf.

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