⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria della Vittoria

📍 Roma, Latium · 76/100

Sie entstand dem heiligen Paulus geweiht, zwischen 1608 und 1620 für die Unbeschuhten Karmeliten nach einem Entwurf von Carlo Maderno erbaut. Dann änderte sie ihren Namen wegen einer Schlacht, die sehr weit entfernt geschlagen worden war: der Weiße Berg bei Prag, im Dreißigjährigen Krieg, der den katholischen Truppen einen zeitweiligen Sieg über die protestantischen brachte. Auf dem Hochaltar wurde eine aus Böhmen gebrachte Marienikone aufgestellt, und die Kirche wurde zu Santa Maria della Vittoria. Die Fassade von Giovanni Battista Soria greift die der nahen Santa Susanna auf.

Sehenswertes

Im linken Querschiff steht die Verzückung der heiligen Teresa von Ávila, die Gian Lorenzo Bernini für den venezianischen Kardinal Federico Corner schuf und 1652 vollendete. Die Heilige liegt auf einer Wolke, der Engel setzt an, ihr das Herz mit einem Pfeil zu durchbohren, und hinter ihnen fällt ein Strahlenkranz aus vergoldetem Metall herab. Doch worauf man schauen sollte, sind die Seitenwände: dort hat Bernini die Mitglieder der Familie Corner gemeißelt, wie sie sich aus zwei Logen beugen und der Szene zusehen. Es ist ein Theater, und der Bildhauer sagt es, indem er das Publikum mitmeißelt.

Der Besuch

Der Altar ist konvex und öffnet sich dahinter in einen ovalen Raum; das Licht, das die Gruppe trifft, kommt aus einem Fenster in der Decke, das man von seinem Standpunkt aus nicht sieht. Sehen Sie sich dann an, wie die beiden Figuren gemacht sind: die Falten der Gewänder und die Wolke nehmen den Körpern beinahe jedes Gewicht, und das Einzige, was Fleisch bleibt, ist der nackte Fuß der Heiligen. Im übrigen Bau finden sich die von Gian Domenico Cerrini ausgemalten Gewölbe mit dem Triumph der Jungfrau über die Häresien sowie Altarbilder von Domenichino und Guercino; in der Sakristei werden ein Gemälde von Sebastiano Conca und ein Guido Reni zugeschriebener heiliger Paulus aufbewahrt, jener Heilige, dem die Kirche zuerst geweiht war.

Tipp der Redaktion

Gehen Sie hinaus und um die Kirche herum, die linke Flanke entlang. An einer Stelle sehen Sie drei geschwungene Marmorkonsolen aus der Mauer ragen: sie tragen den Baukörper, in dem das Fenster sitzt, also die Quelle jenes Lichts, das drinnen vom Himmel zu kommen scheint. Von außen betrachtet ruht das Wunder auf drei Konsolen. Es ist der schnellste Weg zu verstehen, wie Bernini arbeitete.

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