Dieser Palast wurde für Papst Urban VIII. entworfen, der ein Barberini war, und er entstand dort, wo zuvor die Villa der Sforza gestanden hatte. Der Grundriss hat die Form eines H, und zwischen der Eingangsloggia und dem rückwärtigen Garten wirkt ein Atrium mit Nymphäum als Trennwand. Wenn Sie an der Fassade nach oben blicken, finden Sie das Familienwappen eingemeißelt: ein Schild mit drei Bienen, überhöht von der Tiara und den gekreuzten Schlüsseln. Direkter lässt sich nicht sagen, von welchem Haus hier die Rede ist.
Sehenswertes
Der Palast ist eine Dekorationsmaschine, und er erschöpft sich nicht in der berühmten Decke des großen Saals. Unter den Räumen findet sich Andrea Sacchis Allegorie der Göttlichen Weisheit, weitere Säle schmückte Giovan Francesco Romanelli aus. Hinter dem Gebäude öffnet sich der Garten, der von Anfang an zum Entwurf gehörte: Das Atrium mit dem Nymphäum sollte gerade die repräsentative Front mit jenem privaten Grün verbinden.
Der Besuch
Was man heute nicht mehr sieht, ist vielleicht das Erstaunlichste: Die Barberini hatten das Theater im Haus. Es war ein eigener Baukörper an der Nordseite, mit eigenem Eingang, und der Saal maß etwa dreißig Meter auf siebzehn. Zwei Jahrzehnte lang gab man dort Opern nach Libretti von Giulio Rospigliosi, der später Papst werden sollte, mit Musik von Stefano Landi, Michelangelo Rossi, Virgilio Mazzocchi, Marco Marazzoli und Luigi Rossi: eine nach einer Novelle aus Boccaccios Decameron, eine andere nach einer Episode des Orlando furioso. Bühnenbilder und Maschinen für die Eröffnung schuf Gian Lorenzo Bernini.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie die Tafel an der Hauptfassade. Am elften Januar 1947 gründete in den Sälen dieses Palastes Giuseppe Saragat, damals Präsident der Verfassunggebenden Versammlung, die Sozialistische Partei der Italienischen Arbeiter, hervorgegangen aus der Abspaltung des reformistischen Flügels der Sozialistischen Partei. Seither heißt jener Tag in der italienischen politischen Sprache die Spaltung des Palazzo Barberini: Der Name des Gebäudes wurde zum Namen eines Ereignisses. Ein Palast, gebaut zum Ruhm der Familie eines Papstes, diente drei Jahrhunderte später als Adresse für die Geburt einer Partei.
