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🖼️ Museen

Musei Capitolini

📍 Roma, Latium · 85/100

1734 auf Wunsch von Papst Clemens XII. für das Publikum geöffnet, gelten die Kapitolinischen Museen als das erste öffentliche Museum der Welt: der Ort, an dem Kunst zum ersten Mal allen zugänglich war und nicht nur ihren Besitzern. Die Geschichte der Sammlung beginnt allerdings 1471, als Sixtus IV. dem römischen Volk die großen Bronzen vom Lateran schenkte, darunter die Kapitolinische Wölfin.

Die beiden historischen Sitze, der Palazzo dei Conservatori und der Palazzo Nuovo, stehen sich auf der Piazza del Campidoglio gegenüber, die Michelangelo 1536 entworfen hat. Mit fast 13.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist der Komplex heute das wichtigste Stadtmuseum Roms.

Sehenswertes

Der Rundgang durchquert zwanzig Jahrhunderte: das Reiterstandbild Mark Aurels, 1990 aus der Mitte des Platzes in einen verglasten Saal gebracht (draußen steht seit 1996 eine Kopie); die Kapitolinische Wölfin, die als etruskisches Werk des fünften Jahrhunderts v. Chr. gilt, auch wenn manche Restauratoren eine mittelalterliche Datierung vorschlagen, mit den im Quattrocento ergänzten Zwillingen; die kolossalen Fragmente der Konstantin-Statue, 1486 wieder aufgetaucht und heute im Hof der Conservatori; der sterbende Gallier, den die napoleonischen Kunstraube nach Paris brachten und der nach 1815 dank Antonio Canova zurückkehrte.

Im zweiten Stock des Palazzo dei Conservatori reiht die Pinacoteca Capitolina Caravaggio, Guercino, Rubens, Tizian und Velázquez aneinander. Einen Halt verdient auch das Porträt Karls I. von Anjou, das Arnolfo di Cambio 1277 gemeißelt hat: das erste wirklichkeitsnahe Bildnis einer lebenden Person, das uns aus nachantiker Zeit erhalten ist.

Der Besuch

Die beiden Häuser verbindet die Galleria di congiunzione, ein in den dreißiger Jahren unter dem Platz gegrabener Gang, heute als Galleria lapidaria mit ihren Inschriften eingerichtet: Von hier gelangst du zum Tempel des Veiovis und zur Galerie des Tabulariums, des antiken Staatsarchivs von Rom, auf dem der Palazzo Senatorio ruht. Seit 1997 gibt es außerdem eine Außenstelle, die Centrale Montemartini, ein ehemaliges Wärmekraftwerk an der Ostiense, wo antike Skulpturen mit Turbinen und alten Motoren zusammenleben.

Tipp der Redaktion

Lass den unterirdischen Gang nicht aus: Von den Arkaden des Tabulariums blickst du direkt auf das Forum Romanum, im Ticket enthalten und besonders schön im streifenden Licht des späten Nachmittags. Und bevor du hineingehst, sieh dir den Mark Aurel auf dem Platz aus der Nähe an: Die Kopie gibt das Original in jedem Volumen wieder, aber ohne die Vergoldung.

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