⛪ Kirchen und Heiligtümer

basilica di Santa Maria in Aracoeli

📍 Roma, Latium · 79/100

Die Basilika steht auf der Arx, einer der beiden Kuppen des Kapitols, über den Ruinen des Tempels der Juno Moneta; die Zuordnung ist allerdings nicht gesichert, und andere Studien setzen die Kirche dorthin, wo das Auguraculum lag, der Ort, von dem aus die Auguren die Vorzeichen aus dem Vogelflug lasen. Der Name kommt von einer Sage, die in den Mirabilia Urbis Romae erzählt wird: Augustus habe hier die Vision einer Frau mit einem Kind auf dem Arm gehabt und eine Stimme sagen hören, dies sei der Altar des Sohnes Gottes: «Diese Vision geschah in der Kammer des Kaisers Oktavian, wo jetzt die Kirche S. Maria in Capitolio steht. Aus diesem Grund wurde die Kirche S. Maria Altar des Himmels genannt.»

Sehenswertes

Die Treppe, die vom Platz heraufsteigt, ist selbst ein Weihegeschenk: Die freie Kommune gab sie 1348 in Auftrag, als Versprechen an die Jungfrau, die damals über Europa ziehende Pest zu beenden, und sie wurde aus Spolienmarmor gebaut, genommen von dem, was von der Treppe des Serapistempels auf dem Quirinal übrig war. Eingeweiht hat sie Cola di Rienzo. Oben ist die Fassade nackter Backstein, ganz ohne Verkleidung. Innen wurde die vergoldete Decke für den Triumph des Römers Marcantonio Colonna gebaut, der 1571 aus der Schlacht von Lepanto zurückkam.

Der Besuch

Dies ist keine Kirche der Päpste, es ist die Kirche der Römer. 1250 gab Innozenz IV. sie den Franziskanern, die sie in romanisch-gotischen Formen erneuerten und umdrehten: Zuvor blickte sie auf den Palazzo Senatorio und das Forum, von da an auf Sankt Peter und das Marsfeld. Sie wurde zum Sitz der Volksversammlungen der freien Kommune; hier wurde Petrarca zum Dichter gekrönt, und hier wird an jedem Jahresende das Te Deum des römischen Volkes gesungen. Während der französischen Besetzung wurden die Mönche vertrieben und die Kirche zum Stall gemacht, wobei ein Großteil des kosmatischen Schmucks zerstört wurde; später trug die Baustelle des Vittoriano die Klostergebäude fort.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie das Heilige Kind, das die Römer zärtlich er Pupo nennen: eine kleine Figur des Jesuskindes, im fünfzehnten Jahrhundert aus dem Olivenholz des Gartens Gethsemane geschnitzt und mit Weihegaben bedeckt, der die Volksfrömmigkeit Wunderkräfte zuschrieb und vor der man um Gnade bei Krankheit oder Unglück bat. Was Sie sehen werden, ist nicht sie. Das Original wurde im Februar 1994 gestohlen und nie wiedergefunden; an seiner Stelle steht eine Kopie. Das Erstaunliche ist, dass die Gläubigen auch der Kopie weiter neue Weihegaben bringen.

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