🏰 Burgen und Schlösser

castello di Borgo Fornari

📍 Ronco Scrivia, Ligurien · 47/100

Fünf Herrscher machten binnen eines halben Jahrhunderts hier Station: Ludwig XII. von Frankreich 1506, dann Karl V. von Habsburg, Franz I. von Frankreich 1525, Philipp II. von Spanien und Maximilian II. von Habsburg 1551. Höflichkeit unter Adligen war das nicht. Die Burg von Borgo Fornari steht auf einer Anhöhe über der Straße zwischen dem Scrivia-Tal und Voltaggio, damals genuesisches Lehen, und wer hindurchwollte, zog unter ihren Mauern vorbei. Der Bau wird zwischen 1121 und 1182 angesetzt; einige Quellen schreiben ihn den Fornari zu, einer genuesischen Familie, die dem Ort ihren Namen hinterließ.

Sehenswertes

Von der Anlage ist ein Teil erhalten. Vor allem der halbrunde Turm aus Sichtziegeln, gut bewahrt und von der Forschung als ältester Baukörper eingestuft; an der Westseite blieb ein Mauerstück stehen, das Historiker als einziges Mauerwerk dieser Art im Tal der Scrivia bezeichnen. Zum Talgrund hin ist ein weiterer Abschnitt unversehrt, den manche Vermutungen der Besatzung zuweisen.

An den Wänden fällt der Materialwechsel auf: unten Stein, oben Ziegel, Zeichen verschiedener Bauphasen, die einander ablösten. Den Rest erzählt die Besitzgeschichte: von den Fornari an die Spinola, die hier wohnten, mit den daraus folgenden Streitigkeiten gegen die Doria. Im 15. Jahrhundert wurde die Festung erneut zum Zankapfel zwischen den Spinola und der Republik Genua: Filippo Maria Visconti, mit den Ersteren verbündet, brachte sie an sich und übergab sie Papst Martin V., wie es die Friedensvereinbarungen vom Mai 1419 vorsahen.

Der Besuch

Man steigt zu Fuß von der Hauptstraße von Borgo Fornari auf, einem Ortsteil von Ronco Scrivia, und nimmt die Gasse, die hier Rian-na heißt: rund zehn Minuten bergauf, ohne Schwierigkeiten, aber auf unebenem Untergrund und ohne auffällige Beschilderung. Die Burg gehört der Gemeinde — Ronco Scrivia kaufte sie und erhielt 2005 Mittel für eine konservierende Restaurierung — und wird vor allem von außen betrachtet: Es gibt weder Kasse noch Museumsweg, deshalb fragt man besser im Rathaus nach, bevor man mit einer Öffnung rechnet.

Tipp der Redaktion

Kommen Sie am späten Nachmittag, wenn das streifende Licht das Rot der Turmziegel vom Grün des Hangs abhebt. Und drehen Sie sich vor dem Abstieg zum Talgrund um: Von dort oben liest sich die Straße nach Voltaggio von einem Ende zum anderen, und genau deshalb hat dieser Steinhaufen den Spinola, den Doria und den Visconti Jahrhunderte des Streits gekostet.

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