🖼️ Museen

Museo dell'orologio da torre

📍 Uscio, Ligurien · 49/100

1940 verließ die erste elektrisch aufgezogene Turmuhr die Werkstatt Trebino in Uscio: Ihr Zifferblatt maß 21 Meter im Umfang und kam auf das Hochhaus an der Piazza Dante in Genua, den Piacentini-Turm. Aus der Werkstatt ist ein Firmenmuseum geworden, 2004 in der alten Fabrik der Familie eröffnet und nach Roberto Trebino benannt, dem gleichnamigen Enkel des Gründers, der 1985 mit zwanzig Jahren entführt und getötet wurde.

Sehenswertes

In zwei Sälen stehen Uhrwerke aus vier Jahrhunderten. Die ältesten Stücke stammen aus dem 17. Jahrhundert; rund dreißig sind seltene handgefertigte Exemplare, italienische ebenso wie nordeuropäische. Am stärksten wirken die schmiedeeisernen Gestelle, „a castello“ genannt oder „a pollaio“, nach der eckigen Form des Käfigs, der Räder und Gewichte trägt: Das ganze Werk liegt offen, ohne Gehäuse und ohne Glas davor.

Der Rundgang führt weiter zur Serienfertigung, zu elektrisch aufgezogenen Uhren und zu den heutigen funkgesteuerten Modellen. Es ist die Geschichte eines Betriebs, der seit 1824 in diesem Handwerk arbeitet: davor gab es in Uscio 1757 den Schmied Davide Bisso und die Familie Terrile. Seit 1958 beliefert die Firma die Vatikanstadt, den Quirinalspalast und die Sternwarte von Tolentino in den Marken, dazu Auftraggeber in aller Welt. Neben den Uhren steht die zweite Spezialität des Hauses: die Elektrifizierung von Glocken.

Der Besuch

Uscio liegt im Hinterland von Genua, im Zentrum dessen, was man hier Valle del Tempo nennt, Tal der Zeit: Der Name kommt von der Dichte an Turmuhrbauern und von den Glockengießereien Picasso. Das Museum wird nach Voranmeldung besichtigt, der Anruf gehört also vor die Anfahrt: Es gibt keine Kasse und keine durchgehenden Öffnungszeiten, sondern einen Betrieb, der seine Säle denen öffnet, die darum bitten.

Tipp der Redaktion

Bitten Sie darum, ein Werk laufen zu hören: zu begreifen, wie ein eiserner Käfig aus dem 17. Jahrhundert die Stunde hält, sagt mehr als jede Beschriftung. Und nehmen Sie sich Zeit für die Zifferblätter aus der Nähe, denn hier liest man Ziffern und Zeiger, die man von einem Platz aus, Dutzende Meter tiefer, nur erahnen kann.

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