⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Giorgio

📍 Dolceacqua, Ligurien · 48/100

In der Krypta der Pieve San Giorgio stehen die beiden Grabmäler aus behauenem Stein der Herren von Dolceacqua: links das von Stefano Doria, datiert 1580, rechts das von Giulio Doria, von 1608. Sie kamen zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert hierher, in einen weit älteren Raum: Gegründet wurde die Kirche mit ziemlicher Sicherheit im 10. Jahrhundert von Benediktinermönchen, und zwar außerhalb der Häuser, dort, wo heute der Friedhof liegt. Der Rang als Pieve sagt den Rest: Hier stand das Taufbecken, dem die kleineren Kirchen der Umgebung zugeordnet waren.

Sehenswertes

Die Fassade erzählt zwei Bauphasen in einer einzigen Wand. Oben links liest man die Gotik des 14. Jahrhunderts; rechts und am Fuß des Glockenturms bleibt das romanische Mauerwerk des 11. Jahrhunderts. Selten lassen sich beide so unmittelbar vergleichen, wenige Meter voneinander entfernt, noch bevor man eintritt.

Im Inneren geht die Schichtung weiter. Der romanische Bau teilte den Raum in drei Schiffe, der gotische Umbau kehrte zu einem einzigen, breiteren Schiff zurück und fügte die polygonale Apsis und die neue Krypta hinzu. Der Hochaltar liegt erhöht genau über dieser Krypta und ist über zwei seitliche Treppen erreichbar. Die kleine Kuppel, die den Glockenturm abschließt, ist dagegen eine barocke Zutat.

Der Besuch

Die Kirche steht an der Via Roma, knapp außerhalb des alten Kerns, beim Friedhof: von der Nervia-Brücke aus wenige Minuten zu Fuß. Sie ist nicht die Pfarrkirche des Ortes und hat keine durchgehenden Öffnungszeiten; geöffnet wird zu Gottesdiensten und bei örtlichen Veranstaltungen, deshalb fragt man besser vorher im Ort nach.

Tipp der Redaktion

Wir bitten darum, in die Krypta hinabsteigen zu dürfen: Es ist der unversehrteste Raum des Baus und der Punkt, an dem die Geschichte der Doria aufhört, von Burgen und Belagerungen zu handeln, und zu einer Familienangelegenheit wird, mit zwei Steinplatten einander gegenüber.

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