🏰 Burgen und Schlösser

Torre Saracena

📍 Vallecrosia, Ligurien · 43/100

Wer sie am Ufer sucht, findet sie nicht: Die Torre Saracena steht oben, im mittelalterlichen Ortskern von Vallecrosia Alta, denn die Abwehr der Seeräuber entschied sich nicht allein am Strand. Im 14. Jahrhundert errichtet, gehörte sie zu einem System der weiträumigen Beobachtung und Verteidigung gegen feindliche Flotten, die vom Meer herankamen; heute steht sie als Kulturgut unter Schutz.

Sehenswertes

Der Turm gehört zu jener Gruppe von fünf Bauten, die die Einwohner als ihr Wahrzeichen ansehen: der Torrione an der Küste, ein Turm an der Straße vom Meer hinauf zum Dorf und drei Turmhäuser im alten Kern, wo Wehrbau und Wohnhaus über die Jahrhunderte miteinander verwachsen sind. Deshalb lohnt es sich, in den Gassen nach oben zu schauen: Was wie die Wand eines Hauses aussieht, ist oft der Schaft eines Turms.

Der Ort ringsum rechtfertigt den Aufstieg. Sein Grundriss ist dreieckig, bestimmt von einer Schleife des Wildbachs Verbone, mit fast regelmäßigen Häuserblöcken. Die Pfarrkirche Sant'Antonio abate, wohl spätmittelalterlichen Ursprungs, verdankt ihr heutiges Aussehen dem barocken Umbau von 1737, die Fassade wurde 1786 ausgemalt; etwas außerhalb, allein zwischen Olivenbäumen, steht das Oratorium Santa Maria delle Grazie aus dem 12. Jahrhundert neben einem weiteren Wachturm des 16. Jahrhunderts.

Der Besuch

Vallecrosia Alta erreicht man von der Küste über die Provinzstraße SP 59 nach San Biagio della Cima: einige Kurven oberhalb der Gewächshäuser des Blumenanbaus, der hier noch immer die wichtigste Erwerbsquelle ist. Der Turm wird gesichert und restauriert; die Mittel des Kulturministeriums erhielt die Gemeinde 2022, vergeben wurden die Arbeiten aber erst 2025, nach einem langen Weg durch die Denkmalbehörden. Vorerst betrachtet man ihn von außen, ein zweiter Bauabschnitt soll ihn zugänglich machen.

Tipp der Redaktion

Wir stellen das Auto am Ortseingang ab und gehen die Runde zu Fuß: Die inneren Gassen sind eng, und der Turm erschließt sich erst, wenn man ihn umrundet hat. Wer Zeit hat, nimmt nach Osten den Saumpfad, der Vallecrosia Alta mit Borghetto San Nicolò und Vallebona verbindet: der alte Weg zwischen den Dörfern der Otto Luoghi, jenes kleinen Bundes, den Genua 1686 anerkannte, um sie der Herrschaft von Ventimiglia zu entziehen.

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