⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Sant'Antonio Abate

📍 Dolceacqua, Ligurien · 48/100

Das Hauptstück ist ein zwölfteiliges Polyptychon der heiligen Devota, 1515 von dem aus Nizza stammenden Maler Ludovico Brea signiert: ein Spätwerk, das in der Kirche geblieben ist, für die es gedacht war. Die Pfarrkirche von Dolceacqua nimmt den großen Platz des alten Ortskerns ein, wo sie 1471 von Grund auf neu errichtet wurde, vermutlich über einem weit älteren Bau; ihre heutige Gestalt erhielt sie zwischen 1860 und 1865, als eine Erweiterung ihr die barocken und klassizistischen Formen gab.

Sehenswertes

Neben dem Polyptychon von Brea bewahrt der mit vergoldetem Barockstuck überzogene Innenraum ein Gemälde des heiligen Antonius Abbas, das Giuseppe Vermiglio zugeschrieben und in das frühe 17. Jahrhundert datiert wird, sowie zwei seitliche Tafeln der Rosenkranzgeheimnisse, die der Genueser Bernardo Castello 1582 malte, in der Kapelle am Ende des linken Seitenschiffs. Drei verschiedene Künstler, drei verschiedene Momente: Die Kirche hat sie im Lauf der Zeit einfach angesammelt, ohne eine Einheit zu suchen.

Auf der Empore steht eine Orgel der Firma Agati von 1846. Der Glockenturm hat seine eigene Vorgeschichte: Er entstand 1621, indem man einen der Türme der Ortsbefestigung aufstockte, und deshalb wirkt sein Sockel wie von einem anderen Gebäude.

Der Besuch

Wir stehen an der Piazza Padre Giovanni Mauro, auf der Flussseite des Ortes: von der mittelalterlichen Brücke zwei ebene Minuten zu Fuß. Es ist eine aktive Pfarrei, im Vikariat Bordighera und Valle Nervia des Bistums Ventimiglia-San Remo, und deshalb länger geöffnet als die anderen Kirchen; die Zeiten richten sich aber nach den Messen und wechseln mit der Jahreszeit, am sichersten ist der Vormittag. Die Werke erschließen sich nur bei eingeschaltetem Licht, und das Licht erbittet man in der Sakristei.

Tipp der Redaktion

Wir betrachten das Polyptychon von den Seitenfeldern her, nicht von der Mitte: In den Nebenszenen erlaubt sich Brea Details von Landschaft und Kleidung, die er auf der Haupttafel vermeidet. Danach gehen wir durch die Seitentür hinaus und stehen unter dem Turm, der zum Glockenturm wurde.

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